Die Erfahrungen von Melody Zander

Portrait Frau Zander ist zum Interviewzeitpunkt 53 Jahre alt. Sie ist die Mutter von Fiona Zander. Als Fiona sechs Jahre alt war, kam ihr der erste Verdacht, dass ihre Tochter ADHS hat. Sie bemerkte es daran, dass sie „doch ein bisschen anders ist“, „zappelig“ und ihr Schriftbild sehr „krakelig“ war. Auch ihr Sozialverhalten war auffällig. Fiona hat „relativ rücksichtlos ihr Ding durchgezogen“. Frau Zander hat einer Veröffentlichung ihres Interviews in der Audioversion zugestimmt.

Melody Zander berichtet von einer sehr schwierigen Schulzeit ihrer Tochter und ihrer Überforderung als Mutter. Schon in der Grundschule bat sie das Jugendamt um Hilfe, woraufhin Fiona in ein Kinderschutzhaus kam. Neben Mobbing hatte Fiona in der Schule auch mit Dyskalkulie (Verständnisprobleme in mathematischen Grundlagenbereichen) zu kämpfen. Sie und ihre Mutter, also Fionas Großmutter, unternahmen verschiedene Versuche, Fiona von dem Mathematikunterricht zu befreien, jedoch erfolglos. Frau Zander beklagt sich, dass es für Menschen mit beispielsweise großen Problemen in Mathematik kein transparentes Bildungssystem gibt. Nachdem Fiona Neurofeedback ausprobierte und eine Traumatherapie gemacht hat, gelang ihr ein Realschulabschluss.

Melody Zander hat sich immer dagegen gesträubt, ihrem Kind Medikamente zu geben: Das sei „verantwortungslos“ und nicht „zielführend“. Sie will ihr Kind nicht „ruhigstellen, nur damit es in die Gesellschaft passt.“ Auch von stationären Aufenthalten hat sie abgesehen, da sie es für eine günstigere Lösung hält, Personen mit AD(H)S besser zu integrieren. Frau Zander sieht Probleme in einer zukünftigen Partnerschaft Fionas voraus, da die Beziehungsfähigkeit von Personen mit AD(H)S sehr eingeschränkt ist und man selbst und der Partner ein großes Maß an Selbstreflektion benötigen. 

Während der Diagnosestellung wurde bei Fiona eine sprachliche sowie eine musikalische Hochbegabung festgestellt. Sie schreibt in ihrer Freizeit gerne Texte und ihre Mutter sagt ihr immer wieder, dass sie anfangen soll, Bücher zu schreiben. Sie hat viele Ideen, jedoch das Problem, ihre Gedanken organisieren und strukturiert zu notieren.

Das Interview wurde 30.01.2015 geführt.

Alle Interviewausschnitte von Melody Zander

Bei Melody Zander führte die Einschulung der Kinder zu einer deutlichen Steigerung der Symptome und dann auch zur Diagnose.

Bei der Tochter von Melody Zander kam es gleich zweimal zu Fehldiagnosen.

Melody Zander vertritt die Meinung, dass das deutsche Schulsystem den Kindern mit AD(H)S keine Unterstützung bietet, sondern sie sogar teilweise bestraft.

Melody Zander sieht in ihrer Tochter eine Schriftstellerin, da sie tolle Texte schreibt und Dinge auf den Punkt bringen kann.

Für Melody Zander besteht kein Zweifel daran, dass AD(H)S-Kinder wenig Verantwortung übernehmen und sich gegenüber Partnerinnen und Partnern problematisch verhalten werden.

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