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Oliver Schmittke erfuhr in der Gruppentherapie von anderen Schicksalen und fand es schön, wie zusammen gelacht und geweint wurde.

Für mich war die Reha quasi ein Neubeginn, weil ich gesagt habe: Ok, ich muss mein Leben ein bisschen stressfreier gestalten. Ich muss Dinge lernen. Ich muss Nein-Sagen lernen. Ich habe mir immer jeden Hut angezogen. Ich fühle mich heute noch für viele Dinge verantwortlich, die mir nach der Reha durch eine Psychotherapie erst klargeworden sind.
Aber diese Psychotherapie habe ich begonnen in der Reha. Und das war auch gut so. Kann ich auch nur jedem empfehlen. Also, das klingt immer so: Oh, jetzt muss ich mich auf die Couch legen. Ich will keine amerikanischen Verhältnisse, dass man für jedes Problem einen anderen Therapeuten braucht. Aber mir hat es im Nachhinein extrem geholfen. Auch diese Gruppentherapie vor allen Dingen, wo man sich, wenn jemand neues dazukommt, erstmal das Problem anhört oder das Krankheitsbild. Dann ist man erstmal geplättet, wenn man hört, da wollte jemand feiern an Silvester und ist vom Auto überfahren worden, hat 40 Knochenbrüche und vier Wochen Koma und fängt jetzt erst wieder das Laufen an. Das nimmt einen mit.
Und diese Gruppentherapie war ein Gesprächsrahmen?
Also es gab mehrere Tabuthemen. Politik und Religion durften nicht besprochen werden, aber ansonsten durfte jeder sagen, was ihm auf dem Herzen liegt. Das war eigentlich eher so ein Ballzuschmeißen.  Gruppentherapie kann witzig sein. Ich fand es durchaus auch witzig. Wir haben viel gelacht. Lachen hilft ja auch extrem. Und wir haben auch mal geweint zusammen. Das hilft aber auch. Also gerade diese extremen Gefühle, die einem da durch Kopf, Bein, Bauch, wo auch immer durchgehen. Muss man auch lieben. Es ist nicht Jedermanns Sache. Ich weiß, wir hatten einen dabei, der hat einmal gesagt: „Nein, mir ist das hier zu intim. Das will ich nicht.“

Neurologische Reha nach einem Schlaganfall

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