Diagnosestellung

Der Weg zur Diagnose konnte sehr unterschiedlich verlaufen. Oft wurde eine AD(H)S im Zuge der Schuleingangsuntersuchung oder zum Zeitpunkt des Übergangs zu einer weiterführenden Schule diagnostiziert. Einige Kinder wurden bereits früher, zum Beispiel im Kindergarten auffällig – dann war das ein Anlass für eine ärztliche Konsultation. Ein Grund war auch, wenn die Noten in der Schule schlechter wurden oder die zuständige Betreuung – in der Regel die Lehrkräfte – zur einer Abklärung rieten.

Erste Anlaufstelle war häufig die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Weitere Hilfestellungen boten das Jugendamt oder ein Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ). Andere Eltern suchten den Kinderarzt oder den Hausarzt auf, die allerdings eher selten AD(H)S entdeckten. So konnte es mehrere Wochen oder gar Monate bis zur gesicherten Diagnose dauern.

Eine Pädagogin riet Sarah Burkhardt zu einer Diagnostik für ihren Sohn.

Für Laura Heppner war die Anlaufstelle „Jugendamt“ zunächst vorurteilsbelastet.

Bei Veronika Hennings spielte das Sozialpädiatrisches Zentrum die entscheidende Rolle bei der Diagnosestellung.

Um herauszufinden, ob es sich tatsächlich um AD(H)S handelt, spielen Frage- und Beobachtungsbögen sowie psychologische Tests eine wichtige Rolle. Sie werden zumeist von Eltern oder Lehrkräften ausgefüllt, aber auch von Kindern, wenn sie schon älter sind. Man erhofft sich Aufschluss u. a. über AD(H)S-Symptome und andere Verhaltensauffälligkeiten, Begleiterkrankungen, aber auch die Stärken der Betroffenen.

 Laura Heppner beschreibt ausführlich die Testmethoden und den Weg zur Diagnose.

Leopold Ruff war mit seinen Eltern bei einem Psychologen und erzählt über das Testverfahren.

Auch Philipp Gold berichtet von einem Test zum psychologischen Zustand sowie dem IQ-Test.

 Finn Strobel berichtet von Einzel- und Gruppentests.

Lange Wartezeiten für einen Termin bei Psychologen oder Fachärzten – in wenigen Fällen sogar bis zu fast einem Jahr – sind nicht ungewöhnlich. So kann der Weg bis zur Diagnosestellung ein langer und teilweise unübersichtlicher Prozess mit vielen unterschiedlichen Beteiligten sein – Fehldiagnosen nicht ausgeschlossen. Die Interviewpartnerinnen und -partner berichteten in der Regel von guten Erfahrungen mit Ärztinnen und Ärzten.

Henning Speidel musste im Krankenhaus Druck machen, um die notwendigen Termine zu bekommen.

 Veronika Hennings Erfahrungen bei der Diagnostik waren durchweg positiv.

Bei der Tochter von Melody Zander kam es gleich zweimal zu Fehldiagnosen.

Für manche Interviewpartnerinnen und -partner bedeutete die Diagnose etwas Negatives: dass etwas „nicht stimmen“ würde. Andere wiederum sahen die Diagnose positiv: dass sie nun Hilfe für sich und ihre Kinder und einen besseren Umgang mit AD(H)S finden können.

Xenia Pfeuffer erinnert sich, dass sie die ADHS-Diagnostik bei sich selbst als anstrengend und belastend empfand, und fürchtet, ihr Kind wird das ebenso erleben.

Fiona Zander hat die Diagnose als sehr belastend erlebt.

Für Sarah Herzberg war die ADHS-Diagnose ihres Kindes eine Erleichterung.

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