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Henning Münch fühlt sich schon bei Routinetätigkeiten überfordert; wenn er aber seinen Hobbies nachgeht, vergisst er alles um sich herum.

Ja, was mir jetzt erst auffällt, was aber früher auch schon eine Verhaltensweise von mir war, ist, und ich habe dann auch – bei Fokus war das oder so – auch einen Artikel von einer gelesen, die auch ADS oder ADHS hat, das weiß ich nicht mehr, was die genau hat. Und da habe ich mich selber auch ganz gut wieder drin gefunden, in dem was sie da schreibt. Da hat sie geschrieben, das viele, die die Krankheit haben, sich eben irgendwie eine Sekretärin oder Sekretär wünschen. Und dass das für andere, die es nicht haben, immer gleich so abgehoben klingt irgendwie, weil einen Sekretär hat nur jemand, der besser ist oder eine gewisse Position eben inne hat und so weiter. Aber sie beschreibt eben, dass es von diesen Personen gar nicht so gemeint ist, sondern dass sie einfach mit Routinetätigkeiten schlichtweg einfach überfordert sind. Das es aber eben nicht gleichbedeutend ist, dass sie mit anderen Tätigkeiten nicht überfordert sind. Man sagt ja immer: „Fange erstmal mit einer Aufgabe klein an, wenn du das gut machst, dann bist du berufen zu höheren Aufgaben." Und Leute die ADS haben, die scheitern oft mal eben an den ganz simplen Aufgaben, weil da eben so viele andere Reize sind, die sie ablenken. Weil die einfache Tätigkeit nicht fordernd genug ist oder ich weiß auch nicht. Es sind auf jeden Fall zu viele Reize, zu viel Ablenkung da und da habe ich mich ganz gut wieder drin gefunden. Und das sie noch geschrieben hat, dass sie oft gelangweilt ist von alltäglichen Aufgaben. Das ist bei mir auch ganz klar so. Und dass es ihr da auffiel irgendwie so eine Tätigkeit bis zum Ende zu bringen. Aber paradoxerweise – und das ist bei mir ganz klar auch so, da kann ich später noch ein bisschen paar Erlebnisse dazu erzählen – da hat sie gesagt, wenn sie was anfängt, dann kann sie die ganze Nacht durch daran arbeiten, bis zur Erschöpfung und bis gar nichts mehr geht. Und da hat sie dann überhaupt kein Problem, da isst sie dann auch nichts und so oder das ist für sie überhaupt kein Problem da wirklich durchzuarbeiten und was, wo andere vielleicht früher aufhören würden. Und das war bei mir auch so. Ich habe früher mit Motorrollern so bisschen geschraubt, bisschen gehandelt, verkauft, gekauft und dann eben verkauft und so weiter. Und das war bei mir auch so, wenn da irgendwas nicht funktioniert hat, da habe ich bis in die Nacht rein gearbeitet, bis es halt funktioniert hat. Und bei so kurzzeitigen Projekten oder Angelegenheiten, da ist es überhaupt kein Problem. Aber wenn es jetzt eine Sache ist, die sich über mehrere Tage zieht, dann kriege ich auch immer wieder mal Motivationsschwierigkeiten, weil es dann halt irgendwann doch irgendwie langweilig wird und da ist dann keine Spannung drin. Das ist immer irgendwie das Gleiche und so weiter. Aber eben dieses Paradoxon von Sachen, wo man wirklich bis zur Erschöpfung durcharbeiten kann problemlos. Und dann aber wiederum und da überhaupt keine Motivationsprobleme hat, wirklich stundenlang zu arbeiten ohne Pause – aber auf der anderen Seiten eben dann massive Motivationsprobleme hat für andere Dinge. Ich glaube, das ist auf jeden Fall eine Erfahrung, die ich da eben gelesen habe in der Zeitschrift und wo ich selber auch sagen muss: da geht es mir absolut genauso. Und das war jetzt nicht nur bei den Motorrollern. Das waren noch andere Angelegenheiten. Ich müsste jetzt überlegen. Ich habe mal mein Fahrrad so ein bisschen umgebaut, als ich – keine Ahnung da war ich so 14 oder so. Da habe ich auch bis es halt fertig war durchgezogen – weiß nicht bis wann in der Nacht. Aber da mussten meine Eltern mich dann quasi zwingen ins Bett zu gehen. Aber da gab es eben mehrere so Sachen.  

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