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Nachsorgeprogramme (IRENA) und ambulante Psychotherapie

Dass eine Weiterführung der in der Reha begonnenen Therapien und Trainings zuhause im Alltag notwendig und sinnvoll ist, stand auch bei großen Fortschritten in der Reha für kaum einen der Interviewpartner in Frage. Die Reha bezeichnen manche als Anstoß und konzentrierte Trainings- und Therapiephase, die dann aber über viele Monate weitergeführt werden müsse.

Neben den persönlichen Veränderungen nach der Reha im Alltag (siehe Nach Hause kommen) erwähnen unsere Interviewpartnern die folgenden Nachsorgemaßnahmen als weiterführende Spuren der Reha:

  • Weiterführende ambulante Krankengymnastik oder andere Therapie-oder Trainingsmaßnahmen (z.B. medizinische Trainingstherapie, Ergotherapie, Logopädie, Wassergymnastik etc.) und selbständiges Trainieren.
  • Teilnahme an der intensivierten Rehabilitationsnachsorge (IRENA) vor Ort. IRENA ist ein Reha-Nachsorge-Programm, das für unterschiedliche Indikationen in wohnortnahen Reha-Einrichtungen ambulant angeboten wird (siehe Infos und Links).
  • Beginn oder Weiterführung einer ambulanten psychotherapeutischen Behandlung beim niedergelassenen Psychotherapeuten.

Melanie und Tobias Brenk wollten nicht in eine „Muckibude“ und machten sich selbst kundig, wie sie zuhause am effektivsten üben könnten.

Einige unserer Interviewpartner verließen die Reha mit der Empfehlung für ein Nachsorgeprogramm in einer bestimmten Einrichtung am Heimatort, für eine ambulante Psychotherapie oder andere weiterführende Trainingsmaßnahmen. Bei anderen wurde eine weiterführende Behandlung nicht thematisiert oder bekam keine konkrete Form. Einzelne wurden lediglich zurück an den Hausarzt verwiesen. Angesichts dieser Situation fühlten sich einige unserer Erzähler allein gelassen oder stellten sogar die Sinnhaftigkeit der Reha-Kosten in Frage, wenn eine weiterführende und erhaltende Behandlung nicht gewährleistet wäre.

Torsten Brandt war begeistert, dass die Reha-Einrichtung ihn so gut bei der Planung der Nachsorge unterstützte.

Peter Book konnte mit den einfachen Anregungen der Klinik zur Nachsorge wenig anfangen.

Norbert Merkle fühlte sich nach der Entlassung alleine gelassen und hätte sich ein Nachsorgeangebot gewünscht.

Für eine weiterführende ambulante Psychotherapie oder eine Teilnahme am IRENA-Programm erhielten viele unserer Erzähler in der Klinik eine Empfehlung und bekamen mögliche Adressen genannt. Die Organisation der Teilnahme an dieser oder anderen therapeutischen Maßnahmen blieb jedoch bei den meisten von ihrer Eigeninitiative abhängig. Manche vereinbarten bereits von der Klinik aus erste Termine, weil dies ihnen Sicherheit gab und sie so mit einem besseren Gefühl die Reha verlassen konnten. Bei vielen klappte die Organisation problemlos. Andere hätten sich deutlich mehr Unterstützung gewünscht, da sie z.B. keine ambulante Einrichtung vor Ort hatten oder die kontaktierten ambulanten Psychotherapeuten lange Wartelisten hatten.

Ana Schulze setzte sich beide Male in der Reha dafür ein, hinterher am IRENA-Programm teilnehmen zu können.

Unsere Erzähler, die am IRENA-Programm teilnahmen, waren vielfach begeistert, dass sie die Therapiemaßnahmen aus der Reha nun in niedrigerer Dosierung in ihrem Alltag angeleitet weiterführen und so die Effekte der Reha erhalten und erweitern konnten. Manche bekamen dort nochmal neue Impulse. Einige betonen, wie gut es für sie war, über viele Monate angeleitet und unterstützt zu werden, wodurch sie die Motivation hatten, weiter dran zu bleiben. Durch die parallel bestehenden Alltagsanforderungen erfuhren sie eine zusätzliche Erprobung ihrer Kräfte. Einzelne berichten aber auch, dass es organisatorisch nicht immer einfach war, den Alltag – häufig mit Familie und Beruf – und die zusätzlichen Termine in Einklang zu bringen.

Michael Hanter suchte sich in der Reha eine erreichbare Einrichtung für das IRENA-Programm aus. Er ist froh um die Möglichkeit, an 24 Terminen dort weiter trainieren zu können.

Bernd Wattke begann in der Wiedereingliederungsphase das IRENA-Programm und fand es gut, sich Übungen und Veranstaltungen aussuchen zu können.

Ana Schulze erzählt, dass der Orthopäde im ambulanten Nachsorgeprogramm bemerkte, dass ihre anhaltenden Beschwerden von der Hüfte kamen.

Eine ambulante Psychotherapie begannen viele unserer Erzähler nach einer psychosomatischen Reha, aber auch einige andere, die in der Reha aufgrund einer körperlichen Erkrankung gute Erfahrungen mit psychologischen Angeboten gemacht hatten. Dort hatten sie sich gut durch die Gespräche und Angebote unterstützt gefühlt, hatten neue Erkenntnisse über Zusammenhänge von Belastungen und Beschwerden gewonnen und wollten nun die begonnenen Prozesse weiterführen. Für manche war die Reha rückblickend auch ein Anstoß, in einer weiterführenden ambulanten Psychotherapie über einen längeren Zeitraum grundlegend an sich selbst und den eigenen Beschwerden zu arbeiten. Beim Finden eines Psychotherapeuten, bei dem sie sich gut aufgehoben fühlten, hatten einige direkt Glück, andere mussten viele Telefonate führen oder erst mehrere Therapeuten kennenlernen, bis sie einen guten Platz für sich fanden. Adressen von niedergelassenen Psychotherapeuten bekamen sie aus der Reha-Einrichtung, von ihrem Hausarzt, von Bekannten, aus der Selbsthilfegruppe oder aus dem Internet bzw. Telefonbuch.

Mara Schnaiter hatte nicht erwartet, dass sie nach der Reha noch eine Therapie benötigen würde. Die Stunden tun ihr aber gut.

Oliver Schmittke war es wichtig, sofort im Anschluss an die Reha eine Therapie zu beginnen und kann es jedem nur empfehlen.

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