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Anke Schwartz zählt ihre Beschwerden durch die Bestrahlung auf.

Was hatten Sie denn für Begleiterscheinungen während der Strahlentherapie? Sie sagen Übelkeit.
                           
Übelkeit war ganz groß, schon von Anfang an. Schmerzen, die aber darauf zurückzuführen sind, dass ich zusätzlich gerade auf den oberen Rippen so Verwachsungen habe. Die haben sehr stark geschmerzt in der Zeit auch durch die Strahlen wahrscheinlich. Ja, die Verbrennungen nachher, die wurden immer schlimmer. Das waren also richtige Brandblasen, die halt auch geeitert haben. Das war natürlich sehr unangenehm. Ja, Schwellungen, Spannungsgefühl. Eigentlich so die ganzen Nebenwirkungen, die sie einem eigentlich auch von vornherein sagen, dass man die haben wird. Und dann auch Müdigkeit. Und zum Ende wird das dann immer mehr, dass man merkt, man ist müde. Man wird so ein bisschen antriebslos und das wird dann auch immer mehr, dass man sagt: "Oh, ich habe geschlafen, aber ich bin immer noch müde." Das ist aber eine Müdigkeit, die man nicht mit Schlaf bekämpfen kann. Das ist auch einfach diese Wirkung der Strahlen.

Jetzt haben Sie gesagt, das ist sogar erst ein Jahr später gekommen?

Dann kam eigentlich noch mehr. Direkt während der Strahlentherapie waren da eigentlich nur so diese kleinen Nebenwirkungen. Ich bin dann in eine Rehaklinik gegangen. Dort ging es mir sehr gut. Ich war auch sehr beweglich. Ich habe allen Sport mitmachen können. Ungefähr einen Monat später, da fing das dann an, dass sich Lymphflüssigkeit bildete in der Brust, dass der Arm immer unbeweglicher wurde, die Schulter schmerzte, die Brust schmerzte, es immer dicker wurde. Innerhalb kürzester Zeit änderte sich bei mir also der Umfang auch der Körbchengröße um fast zwei Körbchengrößen. Das war nicht nur dieses Körperliche, sondern gerade das war für mich auch eine extreme psychische Belastung. Ich mochte mich nicht mehr angucken. Ich sah selber den Unterschied, auch wenn am Anfang immer ganz viele gesagt haben, man sieht nichts. Das ging dann so lange, bis meine Tochter eines Tages vor mir stand und dann sagte: "Man sieht aber den Umfang." Da bin ich in Tränen ausgebrochen. Das war aber nicht, weil sie mich verletzt hatte damit, sondern weil mir in dem Moment klar war: Ich mache mir nichts vor, man sieht es wirklich. Und diese optischen Unterschiede sind für mich ganz, ganz schwierig gewesen.

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