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Für Christiane Gertz hat die Sexualität eine andere Note bekommen.

Die Sexualität hat eine andere Note bekommen. Am Anfang hatte er ganz große Angst, mich überhaupt anzufassen an der linken Brust. Das ist ja auch einleuchtend, ich meine, die sah auch wirklich schlimm aus. Aber meine Gynäkologin sagte: "Ah, das sieht ja aus wie ein Schlachtfeld." Ich sage: "Ja, so ist es." Aber im Laufe der Zeit heilte das ab und ich habe ihn auch aufgefordert, ich sage: "Hör einmal, das sind Zwillinge, Du kannst nicht nur die eine streicheln." Ich sage: "Die andere-" Sagt er: "Ich traue mich nicht." Ich sage: "Probiere einmal." Ja, also wir haben das schon vorsichtig ein Stück üben müssen, wieder damit umzugehen und dann auch die große Gefahr: "Was passiert, wenn ich zu fest drücke?" <br />Und dann irgendwann einmal, da hat mein Mann fast einen Infarkt gekriegt. Da sprang der Hund, weil ich zwei Tage nicht da war, auf mich zu und sprang mir, das ist ein großer Hund, sofort voll auf die Brust. Und ich bückte mich hinunter und ich streichelte den Hund und er sagte zu mir: "Das muss doch furchtbar weh tun?" Ich sagte: "Nein, das tut nicht furchtbar weh." Ich sagte: "Ich finde das natürlich unangenehm, aber das tut nicht furchtbar weh." Ich sagte: "Die Brust ist nicht so empfindlich, wie Du glaubst. Die Haut ist empfindlich für Berührung, aber das Gewebe nicht mehr, das ist auch alles gut verheilt." <br />Also er musste sich erst daran gewöhnen. Und ich habe immer gesagt: Das sind Zwillinge, ich habe jetzt, die linke Brust ist ja ein bisschen kleiner, aber es ist unwesentlich, als die rechte Seite. Und wir sagen immer, es sind Zwillinge und die eine ist die kleine Dicke und die andere ist die große Dicke. Und dann sage ich immer: "Die kleine Dicke, die hat genauso viele Rechte." <br />Das hat eine Weile gedauert. Aber das war auch spielerisch schön, man entdeckt sich ein Stück neu damit, mit diesem Vorsichtigen. Und was man sich dann plötzlich nicht mehr traut und was man sich dann wieder neu traut. Also insofern hat es uns verändert und ich empfinde das als sehr positiv. Was es überhaupt nicht gegeben hat, ich habe das ab und zu gehört, dass da irgendwie die Sexualität zum Erliegen kommt oder überhaupt keine Körperlichkeit, habe ich überhaupt nicht so, ganz im Gegenteil. Also alles ist eigentlich eher positiver geworden. Aber neu, also schon neu.<br /><br />

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