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Dagmar Schiffer fand die Bestrahlung schlimmer als die Chemotherapie. Sie fühlte sich ungeheuer müde.

Bestrahlung, die hat mich runtergehauen. Aber die Chemo nicht.

Was ist passiert? Warum war dann die Bestrahlung schlimm für Sie?

Die Bestrahlung, die war einfach. Also die Bestrahlung ist ja nur Sekunden. Man geht da hin, der Apparat macht: "Müp", dann fährt der nur: "Müp, müp, müp-müp" und dann ist man wieder weg. Also ich war müde- Taxifahrt. Ich habe erst gedacht: Du fährst mit dem Auto da hin. Ich hatte ja die Vorgespräche in dieser Strahlenklinik und fragte, ob ich Auto fahren könne. "Ja klar", sagte der Chefarzt da, "Sie können Auto fahren. Es sei denn, Sie sind erschöpft und können das nicht." Die haben mich aufgeklärt, was alles passieren kann, Erschöpfung und so etwas- also umfassend wurde ich natürlich informiert und dann dachte ich halt: Ich habe so das Gefühl, immer von der Chemo, easy, das klappt, Chemo ist ja viel schlimmer. Ich hörte ja immer von den Leuten: "Chemo ist viel schlimmer." So und meine Chemo war nun wirklich easy. Also damals wo ich drin war, habe ich das gesagt und auch im Nachhinein, die Chemo war wirklich nicht schlimm. Bis auf jetzt natürlich die Paradentose-Nebenwirkung, aber das ist was anderes. Die empfand ich nicht als schlimm.
Da dachte ich: Ja, Bestrahlung. Ja von wegen, es war, als ob die Strahlen bei mir so einen Schalter im Kopf umlegen, ich war nur müde. Ich konnte meine Augen kaum noch aufhalten. Ich hatte dieses Müdigkeitssyndrom, ich nenne es jetzt mal laienhaft so. Ich bin in das Taxi eingestiegen und dann war ich froh, als ich zuhause war- nur noch auf die Couch. Und das habe ich heute noch- die Bestrahlung ist jetzt drei Monate her. Ich habe das heute noch, als ob jemand einen Schalter in meinem Kopf umknipst und dann werden die Augenlider wie Blei und dann muss ich mich sofort hinlegen. Also die Bestrahlung hat wirklich reingehauen. Noch auf dem Bestrahlungstisch hätte ich wegschlafen können. Man muss sich ja da so hinlegen, das sind ja wirklich nur ein paar Minuten, man liegt da sehr unbequem, selbst so unbequem und selbst so kalt in dem Raum und dieser Apparat, der um einen herum ist- ich wollte nur noch schlafen, ich wollte nur noch schlafen. Und das hat sich gehalten. Schlafen, schlafen, schlafen. Ich war müde und das hat sich gehalten. Die Bestrahlung hat mich wirklich rausgekickt.
Wenn ich in dem Wartezimmer saß, habe ich schon gedacht: Hoffentlich kannst du auf dem Bestrahlungstisch liegen, dann kannst du drei Minuten schlafen. Und dann im Taxi wieder. Also das habe ich den Ärzten natürlich gesagt, man wird ja gefragt: "Wie geht es Ihnen?", zum Halbzeitgespräch und so. Und da habe ich gesagt: "Müdigkeit, Müdigkeit, Müdigkeit." Und dann sagten die, das kennen die halt von vielen Patientinnen. Und das hat meine Freundin, die mich begleitet hat- die hatte das gar nicht, die Müdigkeit, das kannte die gar nicht so. Also nicht so wie ich. Also für mich war das einfach so und das habe ich heute noch. Diese ungeheure Müdigkeit. Auf einmal ist sie da und dann, als ob einer so einen Schalter und dann muss ich mich sofort hinlegen und dann eine halbe Stunde und dann bin ich wieder fit.

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