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Für Sonja Zeiss-Wengler sind ÄrztInnen wichtige BegleiterInnen.

Für mich ist immer ganz klar, ich habe es ja vorhin am Anfang schon einmal erzählt, ich glaube noch vor dem Interview, für mich ist ganz wichtig, ich weiß, dass manche Patienten dann irgendwann zu diesem Ergebnis kommen, der Arzt ist mein Feind. Weil der mir irgendwelche Therapien aufzwingen will oder irgendwelche Therapien nicht geben will. Oder mich dazu zwingen will, dass ich eine Therapie weiter mache, die ich nicht mehr will oder mir jetzt wieder, irgendetwas von mir will oder so." Das ist überhaupt nicht mein Bild. Mein Bild ist eigentlich, also ich sehe wirklich die Ärzte als absolut wichtige Unterstützung, Begleiter. Ich wünsche mir halt an einigen Punkten, dass sie sich darüber bewusst, über ihre unglaublich wichtige Rolle auch bewusst sind. Und zwar nicht in dem Sinne, dass sie dann die Verantwortung komplett meinen, übernehmen zu müssen. Ich weiß, dass manche Patienten das auch erwarten, aber ich glaube, dass das unserem System oder unserer gesellschaftlichen Realität heute auch nicht mehr entspricht. Und, dass es unglaublich wichtig ist, die Patienten darin zu unterstützen, die Entscheidungen, die Therapieentscheidungen auch selber mit zu treffen. Also sie können natürlich nicht die Therapie entwickeln oder vorschlagen, aber die Entscheidung zu treffen: "Ich mache diese Therapie, weil ich mich damit auseinandergesetzt habe und mich entschieden habe, dass die mir auf dem Weg zur Gesundung hilft." Diese Entscheidung sollte jede Patientin, jeder Patient  selbst treffen. Ich bin überzeugt davon, dass diese Therapie sehr viel mehr Effekt hat, wenn ich sie als eigene Entscheidung getroffen habe. Weil der psychische Faktor, das weiß jeder, es gibt ja genug Studien über Placebo-Effekte und so weiter, diese Entscheidung, wenn ich die für mich klar beantworten kann mit "Ja, die will ich jetzt machen." Das ist unglaublich wichtig. Und ich glaube, dass Ärzte auch ein Stück weit sich selbst entlasten könnten, wenn sie die Patienten mehr in die Entscheidung einbeziehen würden und das ist einfach auch der richtige Weg, in dem, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt.<br />

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