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Trotz der strukturellen Probleme im Gesundheitswesen möchte Ulrike Blessinger als Individuum wahrgenommen werden.

Ich wollte Sie auf jeden Fall noch bitten, ob Sie eine Botschaft formulieren, vielleicht können wir in diesem Sinne mit den, erst einmal bei den Ärztinnen und Ärzten anfangen oder das ganze medizinische Personal. Was möchten Sie denen mitgeben?

Da hätte ich Einiges mitzugeben, aber ich sehe, in welchem beschnittenen Arbeitsfeld die mittlerweile selber wirtschaften und arbeiten müssen. Also ich sehe diesen riesigen Spagat, den die leisten müssen. Die Wünsche und Hoffnungen als Patientin formuliert, ist einfach: Wir sind weder Statistiken und wir sind ganz individuelle Frauen mit ganz individuellem Tumorgeschehen, wir sind Menschen, Frauen und wünschen uns auch so einen Umgang. Und gleichzeitig sehe ich aber auch diese massive Überforderung, in der die selber stehen. Also ganz klar und deutlich.

Das heißt, das wäre eher eine Frage der Änderung im System?

Genau, und dass sie halt ihre Problematik auch transparent machen müssen, mehr nach außen bringen müssen. Wäre ich nicht auf den Senologiekongressen und würde ich nicht eben offen mit befreundeten Ärzten reden, wer weiß schon, dass ein Arzt bei einem Krebsberatungsgespräch maximal 7,50 Euro abrechnen darf? Und egal, ob jetzt fünf Minuten oder eine Stunde. Also das muss man sich alles einmal vergegenwärtigen, um das dann wieder zu verstehen und umso bewundernswerter sind für mich Ärzte, die sich dann trotzdem die Zeit nehmen, die sich hinsetzen und zuhören.

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