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Alessia Rütten lehnt Mitleid von anderen Menschen ab; sie sei außerdem stolz, noch sie selbst geblieben zu sein.

Auch die Kollegen und mein Chef, also die engsten Kollegen, auch nicht alle. Und
das ist nicht, weil ich mich schäme, dass ich das habe, sondern im
Gegenteil. Ich bin eher stolz darauf, dass ich, trotz des Beutels, noch
Ich geblieben bin. Dass ich noch weg gehe und Spaß habe. Also das lasse
ich mir nicht nehmen. Aber ich habe gemerkt, viele haben dann eher
Mitleid und das ist eine Sache, die möchte ich nicht. Ich kann mich noch erinnern, nach dem Krankenhaus
hat mich eine Frau direkt gefragt: „Du wurdest am Darm operiert?“ „Ja.“
„Ja, und hast du ein Stoma bekommen?“ Die hat mich direkt gefragt und ich
habe nein gesagt. Die meinte zu mir: „Oh, das ist ja gut. Das wäre ja
auch ganz schrecklich in deinem Alter.“ Und dann dachte ich: „Was weiß
die denn schon.“ Wie gesagt, jetzt wo ich es habe, empfinde ich es nicht
mehr als so schlimm. Schlimm finde ich eher, wenn die Leute mit einem
dann Mitleid haben. Weil Mitleid brauche ich nicht. Will ich nicht.

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