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Gerd Osten beschreibt die Ileostomapflege als handwerkliche Kunst.

Und habe mich dann eben weitere acht Monate mit diesem Ileostoma rumgetrieben. Und das ist ja eine ganz andere Geschichte als ein endständiges, als eine Kolostomie. Weil das, was da rauskommt, eine total aggressive Suppe ist. Da sind ja die Verdauungssäfte noch unneutralisiert drin. Und wenn dieses Zeug auf die Haut kommt, dann spürt man das sofort. Das fängt dann an- am Anfang fängt es an zu brennen. Und wenn man nicht sofort etwas tut oder nicht sofort etwas tun kann, weil man nicht in der Umgebung ist, dann wird die Haut abgeätzt. Dann haben Sie da eine offene Stelle.<br />Und das war so eine Zeit, die dauernd mit irgendwelchen Ängsten verbunden war. Man ist da dann unterwegs. Also es hat ja lange genug gedauert, bis ich mich überhaupt mal aus dem Haus getraut hatte. Und dann, wenn man sich irgendwie dumm bewegt, schwappt der Inhalt im Beutel. Der ist ja sehr flüssig. Dann geht oben das Ventil dicht, aus dem Luft entweichen kann, Darmgase entweichen können. Da ist ein Aktivkohlefilter drin.<br />Und wenn das feucht wird, dann geht es dicht. Dann kann kein Gas mehr entweichen. Der Beutel wird dicker. Und es kann sich Druck drin aufbauen. Dann wird das ganze Ding undicht an dem Passring. Und dann geht es wieder mal mit dem Ätzen der Haut los. Ileostomapflege ist eine handwerkliche Kunst. Das muss man lernen. Learning by doing in dem Fall.<br />Und ich war natürlich auch immer der Meinung, ich muss alles alleine machen. Ich muss alles alleine können. Ich bin Arzt. Ich muss so was versorgen können. Und habe mich da eingearbeitet. Ein bisschen im Internet rumgesucht, dies und jenes.

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