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Gerlinde Zeigert tat sich erst schwer damit, die Berentung zu akzeptieren.

Also ich hatte ja nach der letzten Operation hatte ich schon gemerkt, dass ich ganz schlecht auf die Beine komme. Und habe dann von mir aus, selber, am Ministerium angerufen und mit denen verhandelt, ich brauche einen Amtsarzttermin. Und: „Ach, das ist ganz schwierig.“ Und: „Der hat viel zu tun.“ Und dann hat das auch wieder sechs Wochen gedauert. Und dann war ich halt dort und habe dem das kurz vorgestellt und, das heißt einer Amtsärztin. Und die hat die Arztberichte eigentlich nur durchgesehen und war nach fünf Minuten ganz klar der Überzeugung, ich kann nicht mehr in die Schule gehen. <br />Dann habe ich mit der noch verhandelt: „Ich will das aber, das macht mir nämlich Spaß. Und das war eigentlich mein Beruf. Und außerdem gibt es dort Sachen, die nur ich weiß und-“ Ja, das, war sie aber ganz konsequent: „Nein, das geht nicht mehr.“ So, das war so ein Tiefpunkt. Und dann hat sie mich aber doch auch aufgefangen und gesagt: „Wie sieht denn die zweite Seite aus von dieser Mitteilung jetzt, nämlich jetzt haben Sie einfach mal 24 Stunden am Tag für sich. Dann organisieren Sie doch jetzt das Leben mal, dass es Ihnen halbwegs akzeptabel erscheint. Dann gehen Sie doch mal zu einer Zeit spazieren, wenn zufällig die Sonne scheint und es ist halb zehn morgens, zu einer Zeit, wo man sonst überhaupt nicht hätte rausgehen können.“ Und, ja, das war so in Ordnung. <br />

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