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Holger Pfleger und seine Frau mussten akzeptieren, dass das Liebesleben nicht mehr möglich war.

Und weil bei dieser ganzen Besprechung auch natürlich darauf hingewiesen wurde, dass einschneidende Eingriffe gemacht werden müssten, dass das Nervensystem sehr belastet oder verletzt werden muss. Und dass zum Beispiel das Liebesleben für uns höchstwahrscheinlich nicht mehr möglich sein wird, weil durch die Verletzung des Nervensystems mit Erektion und dergleichen gar nichts mehr sein wird. Das wurde natürlich im Konjunktiv gesagt oder als irreal hingestellt. Und diese klare Aussage von Professor [Name], die hat also uns beide persönlich sehr stark getroffen.
Ist das denn so eingetreten?
Ja, das ist so eingetreten.
Darf ich da fragen? Ich weiß nicht, ob es Ihnen zu intim ist, aber wie gehen Sie damit um?
Ich nehme das so für mich hin. Wir waren erst acht Jahre verheiratet, als das eintrat, das war natürlich sehr schwierig. Aber wir haben das akzeptiert. Und das ist einfach so, die Einbußen, die man durch eine solche Operation hinnehmen muss, sind manchmal für den Partner sehr viel schwerer zu akzeptieren als für den Betroffenen selber. Ich kann mich jetzt natürlich nicht auf die Position zurückziehen, ich habe einen Schwerbehindertenausweis, der mir garantiert, du kannst das und das und das und das nicht machen. So ist es nicht. Aber ich habe das schon auch für mich so empfunden.
Aber da jetzt mal rein körperlich die Möglichkeiten für mich gar nicht sich stellen und sich geben, ist das für mich einfacher als für jemanden, der  jetzt da einfach so drauf verzichten muss. Und von daher war natürlich unsere Ehe einer starken Belastung ausgesetzt. Und ich muss also meine Frau schon in allen Tönen loben, dass sie das so mit akzeptiert hat.

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