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Sebastian Siemens fühlte sich hilflos nach der Operation und war froh um die Menschlichkeit im Krankenhaus.

Ich war zwei Tage dann auf dieser Intensivstation. Habe da dann so gesehen- auch schon in Anführungszeichen mein Süppchen da bekommen zum Essen. Und wenn man auf Station dann wieder kam, wussten die nichts von diesem, sage ich mal, schon leichten Aufbau- Kostaufbau. Und die haben dann einfach ihr Programm abgezogen. "Ja, Sie müssen jetzt hier Ihre drei oder vier Tage oder drei Tage lang Ihr Süppchen essen oder süppeln und dann ein bisschen Toast dazu." Und da kommt einem das schon wieder hoch. Ich sage: "Ich esse das nicht mehr." Ich sage: "Ich hau ab. Entweder gebt Ihr mir jetzt was Vernünftiges zu essen oder-". Ich sage: "Ich bin schon seit Tagen hier an dieser Suppe dran." Ich weiß nicht, kennen Sie diese Suppe? Widerlich. Morgens, mittags, abends, das ist ja das Schlimme noch dabei. So, ja und, ja, die hatten dann Einsehen. Dann als sie mal endlich Rücksprache genommen hatten mit der Intensivstation. So nach drei Tagen, ja. "Jetzt kriegen Sie auch mal eine Scheibe Brot dazu. Zur Suppe." Toll, top. <br />Obwohl wieder, sage ich mal, im Krankenhaus, so Dienst am Menschen, das erfährt man dann auch mal wieder, wenn man so wirklich da liegt, wie so ein Marienkäfer auf dem Rücken. Hilflos. Und dann Leute wirklich zu einem stehen. Wird man dann erst mal wieder so ein bisschen runtergeholt, in die Wirklichkeit und in, sage ich mal, Menschlichkeit, die man dann so ein bisschen erfährt.

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