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Sonja Novotny ist ihrem Arzt dankbar für seine Offenheit.

Und bin dann nach Hause gegangen, hatte also auch von diesen Abführsachen, die man da machen muss- das war mir so unangenehm, das ich zu meinem Mann gesagt habe: „Weißt du was, ich war ein kerngesunder Mensch, habe das jetzt alles da hinter mich gebracht und fühle mich todsterbenskrank.“ Ich wusste gar nicht, wie wahr ich da gesprochen habe. Und habe gesagt: „So etwas mache ich nie wieder in meinem Leben.“ <br />Wenn man so Sachen sagt, so vollmundig spricht, dann erweist sich das gleich ganz anders. Ich bin dann am nächsten Tag in in diese Klinik gegangen um mein positives Ergebnis, also positiv für mich, in Empfang zu nehmen. Und sage zu dem Arzt, wie man so spricht: „Ich muss mich doch gar nicht hinsetzen. Sie können mir doch das gleich sagen. Mein Mann hat es auch machen lassen.“ Dann sagt der zu mir: „Jetzt nehmen Sie erst mal Platz.“ Da habe ich schon geschluckt, da habe ich gedacht: Na ja, jetzt nehmen Sie erst mal Platz. Und dann dachte ich: Na ja, jetzt wird irgendetwas kommen, vielleicht mit meinem Mann. <br />An mich habe ich noch gar nicht gedacht. Und wie der dann gesagt hat: „Wir nehmen erst mal die Akte von Ihrem Mann.“ Na, da saß ich gut. Weil wenn der das erst mal nimmt, dann kommt ja das dicke Ende nach. Und so war das dann auch. Der hat mir dann gleich ein Bild hingelegt und hat gesagt: „Ich rede gar nicht lange drum herum. So ist die Aufnahme, das ist ein Tumor und der hat die und die Größe. Und ich sage Ihnen mit 99-prozentiger Sicherheit, das ist Darmkrebs." <br />Da saß ich erst mal gut. Dann ist mir das Lächeln auf dem Gesicht gefroren. Was ich- ich weiß heute noch nicht, wie ich da ausgehsehen habe oder geschaut habe. Und irgendwie habe ich gedacht: Nein, der kann doch jetzt nicht dich meinen. Der kann doch nicht von dir sprechen. Ja, nachdem der aber immer weiter gesprochen hat und mir das Bild auch hingelegt hat. Und dann habe ich erst einmal auf dieses Bild gestarrt und habe dann- ich weiß noch wie heute, das hat ausgehen, wie ein Rosenknöspchen. Habe gedacht: Das kann doch gar nicht gefährlich sein. <br />So etwas in einem drin sieht so putzig und nett aus. Gar nicht gefährlich. Es sah überhaupt nicht gefährlich aus. Was der noch alles so erzählt hat, das kann ich Ihnen gar nicht sagen. Aber ich weiß, dass er gesagt hat: „99-prozentige Sicherheit Darmkrebs. Und Sie haben zwei nicht ganz angenehme Jahre vor sich.“ <br />Im Nachhinein, manch einer, dem ich das erzählt habe, der hat gesagt: „Um Gottes Willen, wie kann man jemanden so überfallen.“ Ich muss sagen, im Nachhinein war ich ihm sehr dankbar.<br />

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