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Nach dem Tod der Schwiegermutter bemerkte Monika Kramer, dass sie sich selbst lange vernachlässigt hatte.

Ja und dann verstarb meine Schwiegermutter und irgendwie haben so diese ganzen Dinge so ein bisschen in mir ausgelöst, dass ich, dass man so ein bisschen über sich selbst und über sein Dasein nachdenkt. Das hört sich jetzt sehr mystisch an. Also ich sage mal so über seine eigene, seine eigene Unzulänglichkeit und über, über sein eigenes Leben. Wie schnell kann etwas passieren? Bei meiner Schwiegermutter, sie ist umgefallen und hatte einen Schlaganfall und ist zwei Tage später gestorben. Und es ging ihr gut vorher, also vermeintlich gut. Ein Arzt würde jetzt vielleicht sagen, keine Ahnung, ist ja auch egal. Aber da kriegt man dann auf einmal einen ungeheuren Schrecken und denkt, was da alles passieren kann. Und wie schnell etwas vorbei ist.
Ich weiß nicht. Vielleicht hat das alles so ein bisschen dazu beigetragen, dass ich gedacht habe: "Du musst was für Dich tun. Du hast dieses und jenes und Du musst irgendwas tun." Und habe dann gesagt: "Ich fange jetzt irgendwas an." Und dann hat, muss ich dazu sagen, dass mein Mann, der ja da zu dem Zeitpunkt zu Hause war, gesagt hat, weil ich gesagt habe: "Ich glaube, irgendwie so Walken könnte ich mir vorstellen." "Ja", hat er gesagt, "lass uns das doch machen." Dann sind wir von hier so, wo wir eben hergekommen sind. Da unten ist so ein kleines Wäldchen. Da kann man, also nur hier oben so rum, zu so einem Wäldchen fahren. Da treffen sich immer ganz, ganz viele Läufer und was weiß ich, die da ihre Runden im Wald drehen. Und im Wald zu laufen ist ja schöner als irgendwo. Und so bin ich dann dazu gekommen. Und wenn man erstmal so den ersten Schritt getan hat, dann folgt auch ein zweiter. Wenn man, dann habe ich gemerkt: "Oh, wenn Du jetzt noch ein bisschen essenstechnisch aufpasst, dann können da ein paar Kilos kullern." Und das ist auch passiert. Aber es ist immer so in Schritten passiert. Und ja, und immer so ein Stückchen wieder weiter für mich. Und ich bin dann, also das haben wir dann auch ziemlich versucht, ziemlich lange so durchzuhalten und, ja, wie gesagt, das, diese Erlebnisse haben in mir quasi ausgelöst, dass ich mal darüber nachgedacht habe, wie schnell etwas vorbei sein kann. Wenn man nicht auf sich und so auf seine eigenen Geschichten aufpasst. Das heißt nicht, dass mir heute nichts passieren kann. Uns kann jeden Tag, in jeder Sekunde irgendwas passieren. Aber das waren so Sachen, da habe, da war ich auf so einem Weg, ja, so ohne Kontrolle. Ich habe mich nicht mehr kontrolliert. Und heute ist es einfach so, dass das alles so, ja, man muss einfach auf sich aufpassen. So meine ich das. Ich verabschiede zum Beispiel meine Kinder jeden Tag, oder wenn die irgendwo hingehen, ich würde, ich sage immer: "Pass auf Dich auf." Und das habe ich bei mir vergessen. Und durch diese Erlebnisse, muss ich ganz ehrlich sagen, ja, da wird man einfach ein bisschen sensibler dafür. Und das hat das wahrscheinlich ausgelöst. Ich schiebe das mal darauf. Weil das hat dann auch einen Nutzen, dass ich sage: "Ihr habt mir doch noch ein Stück weit was mitgegeben."

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