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Im Nachhinein plagen Sebastian Bayer Selbstvorwürfe, dass er nicht selbst dazu beigetragen hat, dass der Diabetes eher erkannt wurde.

Ich hatte dann auch, ich hab da nie drüber gesprochen, ich hab das immer verheimlicht, dass ich Diabetiker geworden bin. Warum? Weiß ich nicht. Kann ich jetzt nicht genau sagen. Also geschämt hab ich mich deswegen nicht, aber innerlich habe ich, mich selber verurteilt, dass es so weit gekommen ist. Dass ich nicht kritisch genug war. Und ich sag mal, so Mitte, Ende der 90er Jahre, ja, nicht selber auf die Idee gekommen bin, einfach mal den Arzt zu wechseln und einem anderen Arzt das zu erzählen, was mit mir seit Jahren vorgeht. Weil vielleicht hätte ich dann diesen Test hier, diesen Glukosetest oder wie der heißt, also zum Feststellen der Tätigkeit der Bauchspeicheldrüse. Vielleicht hätte ich den dann schon 1997 gehabt, ja. Weil, es passierte dann auch folgendes, nachdem ich wusste ich bin Diabetiker und also internetmäßig unterwegs war. Beziehungsweise auch, von meinem Vater flogen dann irgendwelche Heftchen noch rum. Der Diabetikerratgeber. Da hab ich dann mal reingeguckt und hab mal die ganze Werbung die da drin ist für die Medikamente ausgeblendet. Und dann hab ich immer wieder gelesen: Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Taubheitsgefühle, teilweise Krämpfe, also Beine, Fußbereich, Zehenbereich, plagten mich seit 15, 20 Jahren, Unkonzentriertheit, Schlafstörungen, immer wieder gelesen. Da hab ich gesagt Mensch, das hast du schon seit Mitte der 90er Jahre. Diese ganzen Auswirkungen und nicht wissen wie man damit umgeht, beziehungsweise gegen steuert haben dann letztendlich das zweite Mal zu einer Trennung und jetzt zu einer endgültigen Trennung von der Familie geführt. Ja, meine Frau hatte eigentlich immer nur gesagt, mein Gott ich weiß nicht was mit dir los ist. Du bist so sprunghaft. Und launisch und, und, und. Eigentlich bist du ein ruhiger ausgeglichener Mensch. Humorvoll. Du lachst gerne. Das ist mir alles den letzten Jahren, sag ich mal so, abgegangen.

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