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Susanne Weigand reagiert auf manche schwierigen Lebenssituationen mit ‚Frustessen‘.

Und es kamen dann aber immer wieder so Situationen in meinem Leben, bei denen ich mich überfordert fühlte und dann hat man das Essverhalten wieder verändert. Also es waren bei mir viel solche Dinge, die das alles wieder umgehauen haben. Sag ich, wenn ich glücklich und zufrieden war, dann, och, hab ich überhaupt nicht ans Essen gedacht. War ja Nebensache. Aber sobald ich also ganz viel alleine war, dann hatt‘ ich meine Schwierigkeiten.
Dann hat man hier [im Krankenhaus] mit geschlafen. Man musste noch für sich selber sorgen. Das kam ja erst später, dass man auch hier das Essen bekommen hatte. Ja dann, was hat man dann gemacht? Dann ist man hier vorne an den Kiosk gegangen, hat sich zwei belegte Brötchen geholt, och, nehmen wir noch ein [Name eines Schokoriegels] und ein [Name eines Schokoriegels] und dies und das. Das war wie Nervennahrung. Nimmst du dem [Name des Sohnes] das auch noch mit und dann: „Nö, ich hab keinen Hunger.“ Dann hat Mama das dann aufgegessen. Das sind so diese Situationen dann auch gewesen. Das war wirklich Frust. Dann war auch Trauer, wenn man sich mal wieder bewusst macht, es gibt noch nichts Neues [keine neuen Therapiemöglichkeiten für den Sohn]. Er wird bald acht.
Dann habe ich gegessen, dann habe ich unkontrolliert gegessen auch. Und dann war es egal, ob man da eine Schüssel [süßer Brotaufstrich] leer gemacht hat oder ob man sich 3 Scheiben Brot gemacht hat nachts. Und dann wurde man dicker und wenn man das - ich hatte 25 Kilo zugenommen mittlerweile. Und da war mir auch der Punkt angekommen: „Halt, Stopp. Weiter geht´s nicht.“ Und da ist eigentlich erst das Bewusstsein richtig gekommen. Das war so um 2000 herum. Nee, früher schon. Das war ja vor – ‘96. Da habe ich angefangen: „So und jetzt nimmst du ganz langsam ab.“ Und das habe ich dann auch geschafft. Da hatte ich 25 Kilo runter. Und dann hatt‘ ich mich auch von meinem Mann getrennt und da hab ich auch wenig gegessen. Aber als dann [Name des Sohnes] gestorben ist, da war´s dann genau umgekehrt. Da habe ich wieder ganz viel gegessen, ganz viel so. Da war der Verlust so groß, denke ich einfach. Und da habe ich dieses unkontrollierte Essen wieder angefangen.

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