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Christian Voss wird von allen Kollegen am Arbeitsplatz unterstützt, so dass die Gefahren minimiert sind

Dann hat mich mein Vater auf den Arbeitsplatz bei meinem jetzigen Arbeitgeber aufmerksam gemacht. Da war eine Stelle ausgeschrieben für einen Menschen mit Behinderung, ein Spezialarbeitsplatz. Ich habe mich daraufhin beworben und wurde genommen. Und arbeite jetzt seit elf Jahren im öffentlichen Dienst.
 
Spielt Ihre Epilepsie bei der jetzigen beruflichen Tätigkeit eine Rolle?
 
Nein. Ich habe zwar Epilepsie, aber sie schränkt mich in- kaum ein. Ich verteile Proben und Post als Bote im Haus und die Gefahren sind sozusagen- haben wir minimiert.
 
Wie denn?
 
Wie- hier, Mineralöl unter anderem, befördere ich in einer speziellen Kiste, in einer Gefahrgutkiste und stelle die Gefahrgutkiste dann in der zuständigen Abteilung hin. Und die Leute, die die Proben da bearbeiten, räumen die aus.
Und wenn die Kiste dann leer ist, nehme ich sie wieder mit. Und ansonsten wissen halt alle auch Bescheid, das ganze Haus weiß Bescheid, weil ich halt, wie gesagt, als Bote auf den ganzen Etagen unterwegs bin. Und auch die anderen Arbeitskollegen, die im anderen Haus sitzen, wo ich mich auch teilweise bewege, habe ich gemeinsam mal mit meinem Vorgesetzten zusammengerufen und ein Informationsvideo über Epilepsie gezeigt und den Leuten dann Rede und Antwort gestanden. Und so konnten wir ziemlich viele Gefahren, die halt durch Nichtwissen entstehen können, oder vorhanden sind, abbauen. Ängste reduzieren und abbauen bei den Kollegen und dadurch ist ein hervorragendes Arbeitsklima zustande gekommen. Und wie gesagt, auf der Arbeit habe ich kaum oder jetzt selten Anfälle. Weil kein Mobbing da ist, von Mobbing spüre ich nichts. Ein Kollege hat es mal probiert, der- den hat sich der- mein Chef vorgeknöpft und gesagt: „Lassen Sie das, Sie kriegen Ärger“. Und dann irgendwann habe ich mal erfahren, dass der Personalrat schon mal bei ihm aktiv war. Das heißt, er hat bereits einen Eintrag deswegen gehabt und hat trotzdem wieder versucht weiterzumachen. Aber er ist gescheitert. Und der ist jetzt auch nicht mehr auf der Dienststelle, weil er wurde krankheitsbedingt berentet. Und ich bin froh, so nette Kollegen zu haben. Das hat man nicht überall. Manche sagen: „Der schafft das nicht.“ Und meine Kollegen trauen mir schon zu, dass ich diese Sache schaffe und durchhalte.


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