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Christine Becker hat nach der Operation ihre Erfahrungen in einem Buch aufgearbeitet

Ich habe hinterher angefangen, nach der Operation, erst mal über das Ganze nachzudenken. Ich habe vorneweg eben alles abgeblendet und habe den Schalter umgelegt, innerlich, und habe gesagt: Ich – denke nicht mehr nach darüber, ich will gar nicht mehr darüber nachdenken.“ Und nach der Operation habe ich dann angefangen zu recherchieren und habe dann geguckt: Was haben die überhaupt mit mir gemacht. So, und dann habe ich im Internet mich belesen, bin zu den Ärzten hin und ich wusste, die haben mein– Video aufgezeichnet, oder wollten sie zumindest. Die wollten das Forschungsvideo mit aufzeichnen und das wollte ich haben. Haben sie dann allerdings nicht gefunden. Und dann wurde ich wirklich so neugierig, dass ich gesagt habe: Jetzt weiß ich– jetzt will ich wissen, was sie an meinem Gehirn gemacht haben, und habe das Ganze zurückverfolgt.

Die ganzen Befunde und alles, was man so sich reinlesen konnte, habe ich mir dann herauskopiert und habe mich dann wirklich hingesetzt, und habe das nachvollzogen. Um erst mal dahinter zu kommen: Was ist mit dir passiert? Und das, das war eigentlich wie so eine gewisse Aufarbeitungsgeschichte, die mir dort wahnsinnig geholfen hat, weil im Endeffekt hat sich ja das Leben für mich komplett neu gestaltet. Und das ist ein Schritt, denn man dann ganz einfach auch innerlich erst mal vollziehen muss. Wo ich gesagt habe: Du musst jetzt für Dich eine Grenze ziehen. Was hat sich jetzt bei dir hier ereignet? Warum kommt hier nichts mehr? Warum kommt kein Anfall mehr?

Ich war mir zwar bewusst, dass das Ding raus war, aber dass da nun wirklich nichts mehr auftauchen sollte an Anfällen, das war auf einmal richtig unheimlich. Weil man– ich war damit groß geworden. Es ist bestimmt auch noch ein Unterschied, wenn manche  jetzt 20 Jahre gesund aufwachsen und dann auf einmal Epilepsie bekommen, gibt es ja auch. Das ist ein Unterschied. Aber wenn ich damit groß werde, dann fehlt auf einmal etwas. Also, insofern-

Wie kam das denn dazu, dass Sie das Buch geschrieben haben?

Das Buch ist eigentlich die Aufarbeitung von meiner Lebensgeschichte und angefangen hat das Buch damit, dass ich- na gut, zum Einen, ich schreibe und lese gerne. Das ist das Eine, und ich habe vor der Operation mich gerne mit jemandem unterhalten wollen, der das Gleiche durch hat. Der vor der ganzen- konkreten Situation steht und sagt: „Ich will mich operieren lassen.“ Und ich habe niemanden gefunden. Ich hatte nur Ärzte, mit denen ich mich unterhalten konnte – aber niemanden, der in der Richtung schon Erfahrung hatte. So, und daraufhin habe ich dann gesagt: Jetzt schreibst Du das einfach mal nieder. Und aus diesem Niederschreiben ist dann das Buch entstanden. Meine Ärztin sagte damals: „Und Sie wollen das wirklich machen?“ Und ich sagte: „Ja.“ Und die hat mir dann bei der fachlichen Strecke, hat die mich ein bisschen unterstützt. Der Rest ist wirklich alles von- auf meinem Mist gewachsen, mal auf Deutsch gesagt, und ich habe das im Alleingang dann durchgezogen. Und habe für mich auch wirklich das Feedback bekommen, von verschiedenen Seiten: Das war gut, dass du das gemacht hast. Weil ich schon viele, viele Leute jetzt getroffen habe, auch Ärzte, die sich das Buch angucken und sagen: „Sie haben eigentlich den Punkt getroffen.“

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