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Clara Fischer beschreibt, dass die Heimlichkeit der Essstörung sie verletzlich macht und sozial isoliert.

Man sitzt irgendwo mit Leuten zusammen und isst ein paar Kekse. Und dann merkt man: Oh lala, bei mir passiert gerade was. Das Biest breitet sich aus, ich kann jetzt hier aber nicht alle Kekse essen, weil ich auch noch für die zehn anderen da was lassen muss. Dann spielt man- habe ich das Spiel weitergespielt, meine Rolle gespielt, bis ich dann da endlich weg konnte und mir dann endlich was kaufen konnte und Zuhause mein eigenes Ding machen konnte und den Stress abbauen konnte.
Und das ist was, was sehr isoliert. Das isoliert sehr, weil bei mir was abgeht, wo die anderen gar nicht mitkriegen und ich bin im total anderen Film, aber versuche es den anderen- versuche, dass die anderen es nicht mitkriegen. Und das macht sehr einsam.
Auf der anderen Seite dann zu sagen: „Hey Leute, ich habe gerade hier einen Anfang von einem Fressanfall, wie können wir denn damit umgehen?" Sehe ich mich auch nicht wirklich in der Lage zu, so was zu machen.
Das habe ich mich gerade gefragt, wie das wohl wäre.
Ja. – Nein, dass dann jemand das noch weiß, was bei mir passiert, weil das ist ja auch was total Verletzliches darunter- ich hätte da, also auch heute, glaube ich, noch zu viel Angst, dass das- dass jemand- in der Situation fühle ich mich dann total verletzlich und dass das dann auch noch jemand weiß und das ausnutzen könnte, alleine nur dieses „könnte“, der Konjunktiv, das macht es total bedrohlich. Alleine nur das mir vorzustellen.

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