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Claudia Siebert meint, dass sie die Essstörung unbewusst auch deshalb bekam, weil sie ihr Halt gab und sie zu etwas Besonderem machte.

Ja und ich denke- Ja Gott, die Gründe sind natürlich vielfältig. Für mich, und das lief natürlich alles unbewusst ab, war die Essstörung- Also erstens Mal war sie etwas, was nur mir gehörte. Da konnte niemand ran und machte mich auch irgendwie unverletzbar. Natürlich das auch nur eine Illusion, aber es war einfach- Es war meins. Es war das, was mich von den anderen unterschieden hat, was mich zu was Besonderem gemacht hat.
Und da kann man natürlich dann jetzt spekulieren, was da eben im Elternhaus ablief. Es war halt so, meine Mutter hatte eine psychische Krankheit jahrelang. Mein Bruder war sehr schwierig. Mein Vater war selten zu Hause. Und ich war halt auch noch da. Also ich hatte im Grunde genommen aber keinen Halt als Kind. Und dann noch die Sache damit, dass ich halt auch etwas übergewichtig war. Und die Essstörung zum damaligen Zeitpunkt hat mir halt dann wahrscheinlich einen gewissen Halt gegeben.
Das war mir natürlich damals alles nicht bewusst, dass ich deswegen jetzt anfange, nichts mehr zu essen. Aber es war halt das, was mich auf einmal zu was Besonderem gemacht hat. Auf einmal kriegte ich dann die ganze Aufmerksamkeit, auch von Jungs und so. Und alle haben mich beneidet, weil ich so toll schlank bin. Und aber wichtiger noch als eben dieses rein Äußerliche war halt glaube ich das, dass es einfach mein Eigenes war. Und ja- Und es gibt einem so eine gewisse Unverletzlichkeit: „Ihr könnt mich alle mal. Daran könnt ihr nichts ändern, was ihr auch tut.“ So ungefähr, denke ich.

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