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Claudia Siebert glaubt, dass nicht immer die Samthandschuhe angesagt sind, und Schonung nicht gut ist.

Mal die Wahrheit sagen, so irgendwie Tacheles reden.
Ja, ich denke auch. Ich finde, das ist ganz, ganz, ganz wichtig. Denn es nutzt niemandem etwas, das so zu umgehen. Ich weiß nicht, ob das nun unbedingt ein Tipp wäre für die Angehörigen, das „Sagt ihr mal-“ oder vielleicht schon. Vielleicht, wenn einfach die Angehörigen auch mal in einem Moment sagen würden: „Okay, weißt du was, mir steht es jetzt bis hier. Ich kann das jetzt einfach nicht mehr. Und es liegt jetzt- du musst mir jetzt hier ein bisschen entgegenkommen. Du kannst nicht von mir verlangen, dass ich dich mit Samthandschuhen anfasse, nur weil du so krank und zerbrechlich bist. Also, du musst hier auch mal ein bisschen was leisten dazu.“ Also das, finde ich, könnte sowohl der Therapeut als auch der Angehörige schon ganz offen sagen. Ich glaube nicht, dass dieses Schonen, diese schonende Behandlung so viel nützt im- auf längere Zeit.
Aber da ist sicherlich auch jeder Patient dann wieder anders. Also bei mir hätte es sicherlich viel gebracht, wenn mal jemand gesagt hätte: „Jetzt hör mal zu. Guck dich doch mal an. Du bist doch wirklich intelligent genug, zu sehen, was da abgeht.“ Und wenn mir das jemand vor 25 Jahren gesagt hätte...

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