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Hannah Becker freut sich inzwischen, wenn sie spürt, dass sie einen Körper hat, der zu ihr gehört.

Also ich muss echt sagen, so viel Sport mache ich noch nicht, weil ich selbst einfach ein bisschen vorsichtiger geworden bin. Aber ich fühle mich schon verdammt gut. Also, wenn ich Sport gemacht habe. Auch so, ja, den Körper zu fühlen. Und das hat mir auch während der Essstörung so geholfen manchmal. Weil wir durften ja in der Klinik keinen Sport machen. Und zwischenzeitlich war es dann schon schön, wenn wir, keine Ahnung, mal irgendwo hingerannt sind oder so, weil wir den Bus sonst verpasst hätten. Wo ich dann gemerkt habe: Hey, okay, meinen Körper gibt es noch. Ich muss atmen und da passiert noch irgendetwas. Und der ist nicht einfach weg. Und so ist das jetzt schon auch so. Ich freue mich richtig, wenn ich dann schwitzen muss oder so, weil ich mir denke: Hey, krass, da ist einfach noch was. Da ist ein Körper, der zu mir gehört. Und das ist schon schön, ja. Und das hatte ich vor der Essstörung eben extrem, dass Sport mir so ein gutes Körpergefühl gegeben hat, dass ich einfach gemerkt habe: Hey, da ist ein Körper, der funktioniert und der gehört zu mir.
Also Sport ist schon in der Hinsicht gut. Aber es muss nicht mal krasser Sport sein. Also zum Beispiel, was ich auch total gerne mache, mich irgendwie dehnen. Mich selber anzufassen also einfach so, ja, wenn ich mich dehne oder ich komme ja auch aus dem Tanzen. Keine Ahnung, da spielt Körpergefühl ja eine große Rolle. Und ja, das sind schon echt so Kleinigkeiten. Oder wie gesagt, wenn ich mich nach dem Duschen eincreme oder so. Das sind einfach Sachen, wo ich das Gefühl habe: Hey, da ist ein Körper, der zu mir gehört.
Und in der Essstörung hatte der Sport nochmal eine andere Rolle auch oder? Also, so wie ich es verstanden habe.
Ja, also nicht fürs Körpergefühl. Da ging es dann echt eben um die Disziplin und so weiter. Also da in der Essstörung hat mein Körper eigentlich nicht mehr zu mir gehört.

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