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Hannah Becker erzählt, dass mit der Essstörung irgendwann ihr ganzes Leben unflexibel wurde.

Aber ich bin wahnsinnig unflexibel geworden, generell in meinem Leben. Also das ist auch noch so eine Sache: Ich hatte einen Plan im Kopf und ich konnte nicht davon abweichen. Also jede Störung meines Plans hat mich komplett aus der Bahn geworfen. Also sei es eben ein Spaziergang, der dann abgesagt wurde. Oder ein Kaffeetrinken, was umgeplant oder Freunde, die spontan vorbeigekommen sind. Das war für mich absolut die Hölle. Also das ging einfach nicht mehr. Ich hatte so einen strikten Plan im Kopf und jedes Abweichen von diesem Plan hat mich komplett aus der Bahn geworfen. Und das ist auch so eine Sache, das habe ich auch jetzt noch.
Also es ist viel besser geworden, aber da muss ich schon auch echt aufpassen, dass ich wieder lerne so ein bisschen flexibler zu sein, weil das immer noch extrem so ist. Auch gerade, wenn es ums Essen geht. Also manchmal ist es besser und manchmal kann ich das total gut. Und manchmal bin ich total unflexibel und da macht mich das auch richtig krass wütend dann, wenn ich dann von meinem Essplan abweichen muss.
Und das ist auch so eine Sache: Ich weiß nicht, ob das jemals wieder weggeht. Aber so, dass ich im Kopf schon immer meine Essenszeiten habe oder dass ich schon genau weiß, wann ich wie wo esse. Also ich kann nur für mich sagen: Früher hatte ich das definitiv nicht. Also da wusste ich nicht, wie jetzt mein Esstag so verläuft. Und das weiß ich jetzt schon. Und ich hoffe, dass das irgendwann weggeht. Weil ja, das ist schon nervig, wenn man auch so unflexibel ist.

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