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Sabine Heidmann denkt, dass der Beginn ihrer Essstörung auch damit zusammenhing, dass sie mit ihrer Weiblichkeit haderte.

Und ich habe mit Sicherheit am Anfang mit meiner Weiblichkeit gehadert, ja. Aber auch das nicht bewusst. Man ist als Kind glaube ich sich dessen nicht so bewusst. Ob das jetzt damit zusammenhängt, oder ob man jetzt halt sagt, ich nehme jetzt nicht zu, weil dann kriege ich ja einen Busen und dann wird der Körper weiblicher und runder und will ich das überhaupt?
Ich weiß nicht, ob ich da wirklich bewusst gegensteuern wollte mit dem weniger essen. Kann ich gar nicht mehr sagen. Ich weiß nur, dass ich mir wirklich oft gedacht habe, vielleicht hättest du als Junge besser den Zugang zum Vater bekommen. Oder auch generell, anders angesehen worden. Als Mädel dürfen Sie nicht viel. Also darfst Dich nicht dreckig machen, Du bist ein Mädchen. Du musst den Mund halten. Das macht man nicht, das sagt man nicht. Ein Mädchen hat brav zu sein, hat nicht Widersprüche zu geben. Heute sind die ja ganz anders drauf. Wenn ich mir heute manche Kinder angucke, dann denke ich mir, boah, zu unserer Zeit, da hätte es einen Satz hinter die Ohren gegeben, ja. Die sind heute viel selbstbewusster. Das gab es bei uns damals gar nicht. Also das war: Sei brav, sei lieb, sei nett. Du bist ein Mädchen.

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