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Sabine Heidmann empfiehlt, die Betroffenen je nach Krankheitsstadium und Einsicht unterschiedlich anzusprechen: Von Unterstützung anbieten bis hin zum Konfrontieren.

Wenn Sie was raten sollten, Leuten aus dem Umfeld von Betroffenen, seien es die Eltern, seien es die Therapeuten. Was würden Sie denen als Botschaft mitgeben? Was würden Sie denen sagen, wie sie sich verhalten sollen, was sie machen sollen?
Also ich würde nicht direkt, wie ich gerade auch sagte, nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen. Das ist in der Regel etwas, aus eigener Erfahrung, wo die Schranke dann fällt. Wo dann dieses Ansprechen nicht mehr funktioniert. Ich würde vielleicht schon Unterstützung anbieten insofern, dass man mal fragt, ob alles okay ist. Auch ruhig sagen: „Du ich habe gesehen, Du bist dünn geworden. Ist da irgendwas? Bist Du traurig? Tut was weh?“. Also seelisch dann. Also eher auf diese, wirklich: „Bist Du traurig? Geht es Dir gerade nicht so gut?“ oder „Möchtest Du mit jemandem reden?“
Gar nicht so auf dieses Körperliche ansprechen, weil ab einem gewissen Punkt sieht man es selbst und der Betroffene weiß auch, ich habe es ja auch gewusst, dass ich weniger esse. Kommt auf das Stadium darauf an. Also am Anfang habe ich selbst auch nicht so ganz begriffen. Später wusste ich ja, was mit mir ist und wusste auch, dass ich wenig esse. Daher wäre ich dann schon sehr: „So, Du kannst mich mal. Lass mich in Ruhe. Ich will nicht reden. Ich mache das alleine. Ich ziehe mein Ding durch. Was willst du überhaupt von mir?“ Deswegen schon so ein bisschen über diese Schiene gehen: „Hey, wenn Du jemanden zum Reden brauchst, kannst Du zu mir kommen“.
Je nach Alter, klar. Wenn es ein Kind ist, sieht es dann nochmal ein bisschen anders aus. Da ist man ja auch verpflichtet, da anders einzugreifen. Dann zu beobachten und je nachdem in welchen Stadium man ist und vielleicht auch in welcher Position. Ist man nur ein Bekannter, ist man vielleicht in der Sportgruppe der Trainer, die Trainerin. Ist man Freundin, Freund. Da kann man vielleicht ganz anders dann eingehen. Aber eben beim Erwachsenen, da haben Sie keine Möglichkeit. Da muss derjenige dann wollen. Und, wenn dann jemand nicht reden will, kann man ihn ja auch nicht dazu zwingen. Man kann immer nur sagen: „Hier, ich bin für Dich da.“ 
Und dann muss ich sagen, wenn es sich dann echt radikal abzeichnet, ich glaube, dann würde ich auch in die Vollen gehen. Würde ganz massiv ansprechen und sagen: „Hier, ich habe Angst um Dich. Du siehst, da passt was nicht. Ich habe Angst, dass da irgendwas mit Dir passiert und ich möchte nicht, dass Du richtig krank wirst.“ oder wie auch immer.

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