Die Erfahrungen von Bernd Ziegler

Portrait Bernd Ziegler ist zum Zeitpunkt des Interviews 68 Jahre alt, berentet und wohnt gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin. Vor ungefähr 25 Jahren bekam er das erste Mal die Diagnose eines Plattenepithelkarzinoms. Dies konnte entfernt werden, es trat jedoch an der entsprechenden Stelle am Kopf ca. alle fünf Jahre erneut ein Plattenepithelkarzinom auf. Zuletzt war dies Anfang 2025 der Fall. Es erfolgten fünf operative Eingriffe sowie eine Bestrahlung. Eine vorbeugende photodynamische Therapie steht zum Zeitpunkt des Interviews noch aus. Bernd Ziegler machte sich im Laufe der Jahre zwar vermehrt Sorgen, ob und wann neue Karzinome auftreten. Er ist jedoch hoffnungsvoll und erfährt viel Unterstützung von seiner Lebensgefährtin sowie konnte sich in einer Selbsthilfegruppe austauschen und dort viel lernen.

Bernd Ziegler nahm in den 2000ern das erste Mal Hautrötungen und Jucken am Kopf war, weshalb er zunächst seinen Hausarzt aufsuchte, der ihn an einen Hautarzt verwies. Dieser diagnostizierte ein Plattenepithelkarzinom und empfahl eine Creme. Da die Creme nicht geholfen hat, wurde Bernd Ziegler ein paar Tage stationär aufgenommen, damit das Karzinom operativ entfernt werden konnte. Er hatte mehrere Jahre Ruhe, bis das zweite Platteneptihelkarzinom diagnostiziert wurde. Dies wiederholte sich ungefähr alle fünf Jahre, wobei das operative Vorgehen nun ambulant erfolgte. Bernd Ziegler sagt, dass er sich lange keine Gedanken gemacht hat und die Diagnosen hinnahm. Die Häufigkeit des Auftretens neuer Plattenepithelkarzinome machte ihm jedoch im Laufe der Jahre doch Sorgen, insbesondere der letzte Vorfall Anfang 2025. Wegen eines neuen Plattenepithelkarzinoms am Hinterkopf wurde Bernd Ziegler fünf Mal operiert, dieses Mal auch wieder stationär. Es wurde Haut aus seiner Halspartie transplantiert, um das Loch am Hinterkopf zu füllen. Um den Heilungsprozess zu beschleunigen, nutzte er eine Creme.

Die Stelle wurde anschließend vier Wochen lang bestrahlt. Infolge der Bestrahlung war Bernd Ziegler sehr müde, aber hatte ansonsten keine Schmerzen oder Nebenwirkungen. Zum Zeitpunkt des Interviews ist darüber hinaus noch eine photodynamische Therapie geplant. Bernd Ziegler ist dankbar, dass er die finanzielle Möglichkeit hat, diese zu bezahlen, da sie nicht von der Krankenversicherung übernommen wird. Die Therapie dient der Vorbeugung und Bernd Ziegler hofft, dass sie erfolgreich ist. Er macht sich Gedanken, ob irgendwann die Haut am Kopf ausgeht und nicht mehr operiert werden kann, wenn neue Plattenepithelkarzinome auftreten. Gleichzeitig ist Bernd Ziegler generell hoffnungsvoll und möchte sich den Lebensmut nicht nehmen lassen. Hierbei ist seine Lebensgefährtin ihm eine große Unterstützung. Auch seine Schwester, die Ärztin ist, sprach ihm immer Mut zu und beriet ihn bei Entscheidungen, zumal er sich vom behandelnden Fachpersonal immer gut aufgeklärt gefühlt hat.

Bernd Ziegler sagt, dass seine Erkrankung ihn nicht überrascht hat, da er viel zu lange und zu häufig insbesondere beim Reisen der Sonne ausgesetzt war. Zudem hat er eine Sklerodermie, eine entzündlich-rheumatische Erkrankung. Wegen dieser Krankheit muss er seit fast 40 Jahren Kortison nehmen und sagt, dass dies seine Haut empfindlicher und anfälliger gemacht hat. Vor allem sein Verhalten gegenüber der Sonne hat Bernd Ziegler in der Folge stark verändert. Er geht nicht mehr in der Mittagssonne nach draußen und meidet Sonne generell, so gut es geht. Sonnenschutz spielt in seinem Alltag eine viel größere Rolle, vor allem ohne Kopfbedeckung geht er nicht raus. Auch eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung sind für Bernd Ziegler im Alltag wichtig, im Kontext von Prävention und Gesundheitsförderung. In der Selbsthilfegruppe hat er viel erfahren und gelernt. Zudem hat Bernd Ziegler eigeninitiativ Kongresse zum Thema Hautkrebs besucht und konnte sich dort auch mit Fachpersonal austauschen, was ihm bei der Krankheitsverarbeitung geholfen hat.

Das Interview wurde im August 2025 geführt.


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