Die Erfahrungen von Hans Thiele
Hans Thiele ist zum Zeitpunkt des Interviews 86 Jahre alt. Er ist Rentner und wohnt gemeinsam mit seiner Frau. Bereits 1986 hatte er im Alter von 48 Jahren die erste Hautkrebsdiagnose, ein Plattenepithelkarzinom an der Wange, das operativ entfernt wurde. Weitere auffällige Stellen wurden als aktinische Keratosen diagnostiziert und im Laufe der Jahre mit der Kältetherapie behandelt. Seit 2023 hat Hans Thiele einen neuen Hautarzt, der nicht mehr die Kältetherapie nutzt. In der Folge wurden einige verdächtige Hautstellen operativ entfernt. Neben der aktinischen Keratose verwiesen zwei Proben auch auf maligne Melanome und es erfolgten Nachschnitte zur vollständigen Entfernung. Zum Zeitpunkt des Interviews sind noch drei Operationen sowie eine photodynamische Therapie ausstehend. Hans Thiele findet die vielen Termine einschränkend, aber konnte bisher mit wenigen Nebenwirkungen gut in seinen Alltag zurückfinden. Sozial schränken ihn mittlerweile mehr seine Polyneuropathien ein. Er geht dennoch weiter zuversichtlich durchs Leben und ist dankbar für die Unterstützung seiner Frau.
Hans Thiele hatte 1986 das erste Mal eine auffällige Stelle an der Wange, aufgrund derer er einen Hautarzt aufsuchte. Es wurde eine Probe entnommen, die als Plattenepithelkarzinom diagnostiziert wurde. Ein großer Nachschnitt folgte, alles verheilte gut und Hans Thiele konnte zeitnah wieder arbeiten. Aufgrund des Pflasters im Gesicht nahm er bei der Arbeit und generell unter Leuten Blicke wahr, aber er konnte sich davon distanzieren und zudem im Rahmen einer Kur neue Kräfte sammeln. Es kam jedoch zu weiteren Hautaufälligkeiten insbesondere im Gesicht. Dieses Mal handelte es sich um aktinische Keratosen, die entfernt und nicht weiter behandelt wurden. Weitere Verhornungen an Rücken und Brust wurden mit Beginn der 2000er Jahre durch eine Kältetherapie behandelt. Es wurden demnach keine Proben entnommen. Als sein Hautarzt in Rente ging, suchte Hans Thiele 2023 eine neue dermatologische Praxis, in der jedoch die Kältetherapie nicht mehr angewendet wurde.
Beim neuen Hautarzt erfolgten stattdessen wieder neue Operationen, um verdächtige Hautstellen insbesondere an Brust, Rücken und am Fuß zu entfernen. Die Befunde verwiesen überwiegend auf aktinische Keratosen, zwei Mal war auch schwarzer Hautkrebs dabei und es musste häufig nachgeschnitten werden. Auch zum Zeitpunkt des Interviews sind noch drei Operationen ausstehend. Ebenso die photodynamische Therapie, die bereits in der Vergangenheit angewendet wurde, ist zukünftig erneut geplant. Hans Thiele sagt, dass er zuvor in den zwei Wochen nach dieser Behandlung kaum rausgehen konnte, da die Haut im Gesicht abblätterte und er viele Blicke auf sich zog. Dies versuchte er wiederum zu ignorieren. Sorgen hat Hans Thiele häufig vor den Kontrolluntersuchungen. Er macht sich Gedanken, wie es weitergeht, aber möchte Ruhe und Zuversicht bewahren, wobei ihn seine Frau sehr unterstützt. Auch im Freundeskreis sind Erkrankungen im Alter ab und zu Thema sowie tauschte Hans Thiele sich in einer Selbsthilfegruppe mit anderen Hautkrebsbetroffenen aus. Im Sozialleben schränken ihn derzeit mehr seine Polyneuropathien ein, aber ein Rollator gibt ihm etwas mehr Mobilität.
Hans Thiele sagt, dass er damals in seiner Jugend und auch später im Familienurlaub häufig in der Sonne war und erinnert sich an viele Sonnenbrände. Umso mehr achtet er heute darauf, entsprechend vor der Sonne geschützt zu sein. In der Versorgung hatte Hans Thiele nicht durchgängig positive Erfahrungen: Häufig war die Kommunikation anstrengend sowie hatte er Schwierigkeiten, überhaupt Termine zu bekommen. Bei dem Arzt, der ihn aktuell betreut, fühlt sich Hans Thiele sehr wohl und wünscht sich, dass auch die geplanten Operationen durch ihn erfolgen.
Das Interview wurde im Mai 2025 geführt.
