Die Erfahrungen von Jürgen Gläser
Jürgen Glaser ist zum Zeitpunkt des Interviews 82 Jahre alt und alleinlebend. In der 1970er Jahren traten bei ihm die ersten auffälligen Hautstrukturen am Rücken auf, die laut Ärzt*innen sofort entfernt werden sollten. So kam es immer mal wieder zu kleinen Eingriffen, die kleine Narben hinterließen und Jürgen Glaser nicht weiter störten. Es traten jedoch im weiteren Verlauf auch auffällige Hautstellen im Gesicht auf, die entfernt werden mussten und die Erkrankung präsenter machten. Jürgen Glaser bekam 1986 die Diagnose eines Basalioms. Fortan hatte Jürgen Glaser immer wieder Hautauffälligkeiten, die entfernt und mit Cremes behandelt wurden. Zuversicht hat Jürgen Glaser stetig durch seine Familie und seinen Freundeskreis erfahren und erlebt die Erkrankung daher größtenteils als wenig einschränkend.
Jürgen Glaser hat sich in seiner Kindheit häufig draußen aufgehalten und dementsprechend viel Zeit in der Sonne verbracht. Rückblickend sagt er, dass das Bewusstsein für die Aggressivität von UV-Strahlen und aktiven Sonnenschutz zu dieser Zeit kaum vorhanden war. Grundsätzlich hatte er immer eine empfindliche Haut sowie eine aktinische Keratose. Jürgen Glaser sagt, dass er sich damit die Diagnose der Hautkrebserkrankung erklären kann. Zudem erkrankte sein Vater ebenso an einer Hautkrebserkrankung und auch einige seiner Geschwister haben eine vergleichbar empfindliche Haut.
Jürgen Glaser fielen seit der konkreten Diagnose eines Basalioms 1986 im Laufe seines Lebens immer wieder Hautstellen auf, die entfernt werden mussten. Dabei waren die Eingriffe mal kleiner und mal größer, dementsprechend war auch die Wundheilung von unterschiedlicher Dauer. Abhängig von der Stelle erlebte Jürgen Glaser auch komplizierte Eingriffe, beispielsweise durch ein Basaliom unmittelbar am Auge. Er fühlte sich jedoch bei seinen Ärzt*innen immer gut versorgt und schöpfte durch den Austausch mit verschiedenen Expert*innen Vertrauen in ihre Kompetenz und das Vorgehen bei den Operationen. So war Jürgen Glaser überwiegend sehr zufrieden mit den Operationen und den recht kleinen Narben, die zurückblieben. Nachdem er jedoch mit einer Creme und Wärmetherapie behandelt wurde, reagierte Jürgen Glaser allergisch und musste die Therapie abbrechen.
Jürgen Glaser nimmt zwei Mal im Jahr Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch und ist sehr achtsam mit seinem Körper geworden. Sobald er auffällige Stellen wahrnimmt, sucht er Ärzt*innen auf und lässt die Stellen entfernen. Zum Zeitpunkt des Interviews ist der letzte Eingriff zwei Jahre her. Nach der Hautkrebsdiagnose und über 40 Jahren Erfahrung mit Hautempfindlichkeit und operativen Eingriffen hat Jürgen Glaser einen großen Wissensschatz aufgebaut und kann aktiv an seiner Versorgung teilhaben. Trotz der vielen Eingriffe und seiner unzähligen Besuche bei Ärzt*innen hat er nicht seine Lebensfreude verloren. Ganz im Gegenteil weiß er die Kostbarkeit von Gesundheit sowie einem stabilen sozialen Umfeld zu schätzen. Jürgen Glaser sagt, dass er jeden Morgen spazieren geht, nachdem er altersbedingt nicht mehr joggen kann. Die Bewegung ist ihm wichtig und stellt für ihn einen aktivierenden Start in den Tag dar. Zudem schmiedet er auch in seinem höheren Alter noch gerne Pläne, insbesondere zu verreisen.
Das Interview wurde im November 2024 geführt.
