Klara Augustin beschreibt, wie schlimm sie die Zeit der Quarantäne empfand. Trotz eigener Erkrankung versuchte sie ihrer kleinen Tochter die Zeit möglichst schön zu gestalten.

Wir haben eine Dreizimmerwohnung und dass man nicht raus kann mit einer kleinen, fast Zweijährigen, dass man gefangen ist in der eigenen Wohnung, dass man mit ihr nicht auf den Spielplatz darf, dass man nicht mal mit ihr runter auf die Straße darf, dass man ihr das nicht erklären kann, das war für mich ganz schlimm. Jeder Tag ähnelt irgendwie dem Tag davor, es ist alles gleich. Der Vormittag ist gleich, der Nachmittag ist gleich, es ist alles nur noch so ein Dahinvegetieren und eigentlich ist man richtig, richtig krank, aber man muss für seine Tochter da sein. Man muss so tun, als wäre alles in Ordnung, man hat zwar 38 Fieber, aber man muss natürlich stundenlang von morgens bis abends mit seiner Tochter spielen. Mein Mann war dann auch schwerkrank, also wir waren total krank und wir konnten ja irgendwie niemanden zur Hilfe holen. Wir waren ja hochinfektiös, wir mussten das einfach irgendwie alles alleine bewältigen und das war, das war ein absoluter Kraftakt! Nicht mal sagen zu können, "Du gehst jetzt mit der Kleinen mal zwei Stunden raus", das war ja alles nicht erlaubt, alles hat sich in der Wohnung abgespielt und wie erkläre ich ihr, dass sie nicht in die Kita darf, dass sie nicht raus darf, wir haben ihr dann immer gesagt, dass die Kita Pause hat, dass die Kita Ferien hat und haben uns irgendwelche Geschichten ausgedacht und haben wirklich versucht, ihr die Zeit hier zu Hause so schön wie möglich zu gestalten, aber das war wirklich sehr anstrengend, wir machen auch immer ganz viele Fotos mit dem Fotoapparat, die haben wir später entwickeln lassen und ich kann mir diese Fotos aus der Quarantäne auch überhaupt nicht angucken, weil das ist wirklich so eine Zeit, die versuche ich irgendwie auszublenden in mir. Alleine schon, wenn ich sehe auf dem Foto, dass ich mit meiner Tochter spiele und dabei eine FFP-2-Maske trage, das ist für mich, das ist für mich so schlimm.