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Joachim Braun verteilt bei Flugreisen seine Stomaversorgung immer auf mehrere Gepäckstücke auf.

Und ich weiß auch von anderen Kollegen bei Flughafenabfertigungen: „Ja, ich taste Sie jetzt ab. Was haben Sie da?“, „Ist mein Stoma.“, „Hä, wie, da haben Sie doch Ihren-“, „Nein, Sie wühlen jetzt gerade in meiner Kacke rum“, auf Deutsch gesagt. Und schon lässt der dann auch nach. So viele mittlerweile auch- ich sage mal, das Personal am Flughafen ist geschult worden: Was ist ein Stoma, was ist so ein Beutel, was ist da drin. Klar, die Unterscheidung, ist es jetzt ein Sprengstoffgürtel am Bauch oder ist es wirklich jemand mit seinem Geschäft da am Bauch rumlaufend-
klar, man muss einfach offen damit umgehen. Und wer, ja, ich sage mal, wer es nicht weiß, den muss man drauf hinweisen. Und letztendlich gibt es immer einen Bundespolizisten, hier zumindest in Deutschland, der letztendlich die Verantwortung für diese Personenabfertigung dort hat. Und den kann man einfach dann auffordern, dass man auch in einem separaten Raum dann letztendlich dann einfach mal zeigt: „Hier. So ist es.“ Und ich sage mal, die, die ich kenne aus der Selbsthilfegruppe- schwupp, ist der Pullover oben: „Das ist mein Stoma. Was willst du denn?“ So und dann ist das Thema durch. Der andere hat immer das Problem dann, das Gegenüber.
Hatten Sie selber so Situationen auch? Oder-
Nein.
Also am Flughafen oder so?
Nein. Ich habe gesagt: „Das ist ein Stoma.“ Da fühlte der: „Ja.“ Das kannte der scheinbar. Fand ich gut. So, und wenn nicht, es gibt auch so Ausweise in verschiedenen Sprachen, die man dabei haben kann. Aber ich sage mal, in den Urlaubsländern, da kontrolliert mich keiner so wie hier in Deutschland. Also es ist Banane letztendlich. Und wichtig ist einfach, man hat halt eine Versorgung. Das ist wichtig, dass man die auch bei Urlaubsreisen teilt. Weil wenn der Koffer nicht ankommt und- wo habe ich meine Versorgung drin, dann habe ich ein Problem.
In vielen Ländern gibt es halt diese Versorgung nicht. Die ist nicht sichergestellt. So, und dann muss ich natürlich immer dran denken, dass ich meine Versorgung wirklich aufteile auf verschiedene Gepäckstücke. So dass ich auf jeden Fall dann die nächsten acht Tage erst mal zurecht komme. Und notfalls muss ich halt wieder früher nach Deutschland zurück, wenn es von der Versorgung her nicht reicht. Aber darauf stelle ich mich dann halt ein. Und dann ist es okay.

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