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Joachim Braun entschied sich für das Stoma um kein Risiko einzugehen, als Windelträger herumzulaufen.

Der Professor, mit dem ich dann das Vorgespräch führte, machte mir dann richtig Mut. Nämlich die 50 prozentige Chance, weil dieser Polyp lag sehr nah am Schließmuskel dran. So dass ich also die Wahlmöglichkeit hatte zwischen dem Verlust des Schließmuskels oder dem Erhalt des Schließmuskels. <br />Er zeigte mir dann auf, was im Fall des Erhalts möglich wäre. Von: Ich werde zum Windelträger. Ja, bis hin zum Ausfall, dass man nicht mehr arbeiten konnte und einer Berufsunfähigkeit. Oder aber halt, dass man sagt, man entscheidet sich dazu, den Schließmuskel wegzunehmen. Damit wird man letztendlich dann zum Beutelträger, sprich zum Stoma-Patienten.  <br />Hat den Vorteil letztendlich, würde man die erste Variante nehmen. Und man käme mit den Windeln praktisch nicht zurecht, müsste eine zweite OP ansetzen, die dann wiederum zur Folge hätte, dass man das nicht minimal-invasiv machen könnte die Operation. Und auch das sogenannte Geschlechtsleben ad acta gelegt werden könnte, weil dann wäre dort mit Sicherheit keine Garantie mehr möglich, dass man das erhalten könnte.<br />Ja, dann über den Hausarzt wurde dann letztendlich ja auch in den Voruntersuchungen die Probe genommen. Es wurde eine Zweitmeinung eingeholt vom untersuchenden Arzt im Krankenhaus selber. Der dann sagte: „Naja, man könnte den Schließmuskel erhalten. Man könnte.“ <br />Aber mit dem Hintergrund-Gespräch des Professors habe ich mich dann zu der tatsächlichen Lösung entschieden. Habe gesagt: "Gut, gehen wir kein Risiko ein". Weil als Windelträger rumzulaufen, das war mit Sicherheit keine Perspektive für mich, der gewohnt ist, richtig anzupacken, auch körperlich zu arbeiten.

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