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Martin Krüger hatte während einer belastenden Situation keine Anfälle, sondern erst einen Tag später

Habe es mir dann angewöhnt jetzt auch für die Arbeit jetzt, mit der einen Ärztin in [Fachklinik für Epilepsie], dass ich mir jedes Mal, wenn ich einen Anfall habe, ich führe ja so ein Anfallstagebuch, dass ich mir jedes Mal überlege, ob es psychisch vielleicht irgendeinen Grund gegeben hätte, dass es einen Anfall ausgelöst hat. Wobei ich da vor zwei Wochen jetzt auch eines besseren belehrt worden bin, dass es nicht zwangsläufig so ist. Meine Hündin war acht Tage bevor sie gestorben ist noch auf- es gibt ja auch für Tiere inzwischen eine Intensivstation und ist wirklich von einer Minute auf die andere lebensbedrohlich erkrankt mit einer Magenverdrehung. Das gibt es wohl nur bei Hunden. Und war dann wirklich die ganze Zeit so, die acht, letzten acht Tage ihres Lebens auf der- so auf Messers Schneide, so zwischen Leben und Tod hin und her balanciert. Und da hätte ich allen Grund gehabt, ständig einen Anfall zu haben, habe aber keinen einzigen gekriegt.

Und als sie dann- dann habe ich den Anfall gekriegt, äh, den Anfall, dann habe ich den Anruf gekriegt am letzten Tag. Sie machen jetzt gerade die zweite OP. Sie muss dann nochmal operiert werden und es waren anscheinend drei Tierärzte, die hatten sich dann auch abgesprochen und haben gesagt, sie können ihr definitiv nicht mehr helfen. Sie war in Vollnarkose und sie haben es dann so ein bisschen, ja mir nicht direkt gesagt, aber im Klartext, sie haben gesagt, sie würden vorschlagen, dass sie jetzt eingeschläfert wird und gar nicht erst wieder aufwacht.

Da hätte ich auch jeden Grund gehabt, sofort einen Anfall zu kriegen, war aber auch noch nicht so und erst am nächsten Tag, da ging es dann richtig los. Also, da habe ich so das Gefühl gehabt, dann, wenn es wirklich darauf ankommt, dann bleibe ich noch bei mir sozusagen und wenn es dann vorbei ist und nicht mehr ganz so wichtig, dann- dann knallt`s. Das ist dann wie, wenn so ein Ventil aufgeht, habe ich so das Gefühl (lacht). - Und für so Nichtigkeiten, so Kleinigkeiten, zum Beispiel in [Ort] bin ich neulich von wirklich stink besoffenen Jugendlichen angepöbelt worden, mehrmals, während ich auf den Zug gewartet habe. Da habe ich durch diese Kids da, da habe ich echt kein Problem gehabt, hatte auch kein Schiss vor denen oder so, weil ich weiß ganz genau, dass mir keiner was anhaben kann. Wenn die mir blöd gekommen wären, dann hätten sie eins zurück gekriegt so nach dem Motto.  

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