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Monika Schulz erzählt, wie sie die Hänseleien in der Kindheit verinnerlichte, und wünscht sich Selbstvertrauen

In meiner Kindheit mit neun, zehn Jahren oder so, da war ich zwar anfallsfrei, aber ich wurde in der Schule immer gehänselt wegen meiner Anfälle: Mir fehlt es im Kopf und ich bin blöd und ich kann nichts und so weiter. Und ich weiß nicht wie oft ich den Satz gehört habe, dass ich nichts kann. Das hat sich bei mir so verinnerlicht, ja, dass ich mir selbst gesagt habe, ich kann nichts. 
 
Und vor lauter Angst davor, dass ich nichts kann, habe ich manche Sachen auch gar nicht angefangen. Ich habe zum Beispiel nicht angefangen Kochen zu lernen. Weil ich Angst hatte. Ich hatte schon Angst, wenn ich ein Spiegelei brate, dass mir das verbrennt. Verstehen Sie? Es ist eigentlich, ich sag mal, was ganz simples, ein Spiegelei zu braten, aber ich hatte Angst, das kann ich nicht. Denn ich bin dumm, ich bin ja blöd. Und das war auch hier noch lange Zeit mein Spruch: Ich bin blöd. Bis ich mir das abgewöhnt habe, langsam, und es ist noch nicht ganz draußen, muss ich sagen. Aber langsam aber sicher geht es raus, dieser Spruch. 
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Wünsche? Ich wünsche mir mehr Selbstbewusstsein. Dass ich mich mal traue auch aufzutreten als Ich, verstehen Sie? Dass ich nicht nur- wissen Sie, meistens sitze ich so da und traue mich nichts zu sagen. Ich traue mich nichts zu sagen, wenn andere, sag ich mal, groß die Gosche aufreißen. Dann traue ich mich nichts zu sagen. Und ich möchte mal so viel Courage haben, dass ich sage: Nein, jetzt will ich was. Und ich will das und ich will das und ich will das. Nicht unmögliche Dinge oder unerreichbare. Ich wünsche mir nicht, dass mir jetzt jemand eine Millionen schenkt. Das wäre ein bisschen unsinnig. Aber dass ich sagen kann: Ich will meine Ruhe jetzt. Und dass ich es einfach sage und mich traue, meine Meinung zu sagen: Ich will einen warmen Kaffee und nicht einen kalten Kaffee. 


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