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Thomas Kern findet es manchmal unglaublich, was er in einem Anfall tut.

Und die kleineren Anfälle, was sind das für Anfälle?

Ja, man ist dann halt ein bisschen im, man ist dann halt ein bisschen matschig im Kopf. Man weiß nicht, wo man ist und das ist mir hier passiert, letzte Woche, wo ich auf der der IME (Intensiv-Monitoring-Einheit, Langzeit-EEG) war. Und dann haben die gesagt: „Ja, Sie haben einen Anfall gehabt.“ Ich sage: „Das war doch kein Anfall. Das habe ich öfters.“ Das ist halt so, man überlegt dann: Wo bin ich? Wie spät ist es? Mir ist auch schon passiert, ich bin dann aufgestanden, habe mich angezogen und bin auf Arbeit gefahren und denke mir: Warum ist die Straße so leer? Da war Wochenende. So, das sind so die, die unangenehmen Nebenwirkungen. Die tun zwar nicht weh, aber das ist halt trotzdem. Man greift sich dann an den Kopf und fragt sich: Habe ich sie noch alle?

Und die haben Sie dann auch im Wachen, die Kleinen.

Nein, die habe ich nur, wenn ich munter werde.

Ah, beim Aufwachen.

Und ich habe auf jeden Fall noch nie einen Anfall im wachen Zustand gehabt, Gott sei Dank.

Aber wenn Sie aufwachen, dann merken Sie, dass Sie so ein bisschen matschig sind.

Ich merke dann: Wo bin ich? und dann- ich habe das jetzt immer so gemacht, ich habe mein Handy programmiert, den Wecker, und habe da mit hingeschrieben, was ich machen muss. Da steht dann „Maloche“ oder „Ich habe heute frei“ oder. Weil, normalerweise, wenn ich früh munter werde, dann ist der Mechanismus, der fängt dann halt an. Ich stehe dann auf, Zähneputzen, mich zurecht machen, Zigarette rauchen. Arbeitsklamotten anziehen, ins Auto setzen und losfahren. Aber das passiert nicht mehr allzu oft, weil ich halt- weil ich mir das immer aufschreibe.
 

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