Die Erfahrungen von Claudia Jansen
Claudia Jansen ist zum Zeitpunkt des Interviews 58 Jahre alt, selbstständig und lebt gemeinsam mit ihrem Mann. Im Sommer 2020 fiel ihr ein größerer dunkler Fleck an der Innenseite ihres Fußes auf. Sie ließ diesen untersuchen und bekam die Diagnose eines malignen Melanoms. Es folgten mehrere Operationen und Krankenhausaufenthalte. Trotz der Belastungen nimmt Claudia Jansen die Erkrankung als etwas wahr, das sie stark gemacht hat. Sie hat fortwährend wertvolle Unterstützung von ihrer Familie bekommen und ist aktiv in den Austausch mit anderen Betroffenen gegangen, um sich gegenseitig zu unterstützen.
Bereits einige Jahre vor der Diagnosestellung bemerkte Claudia Jansen, vornehmlich im Sommer, an der Innenseite ihres Fußes einen dunklen Hautfleck. Sie vermutete nichts Ernstes dahinter, konsultierte jedoch nach wiederholtem Auftauchen ihre Hausärztin. Diese nahm ihr die Sorgen. Dennoch ließ Claudia Jansen nicht locker, als der Fleck größer wurden und seine Struktur sich im Sommer 2020 veränderte. Ihre Hausärztin konnte erneut nichts feststellen, sodass Claudia Jansen einen Termin bei einer Dermatologin für November 2020 vereinbarte. Diese riet ihr zu einer dringlichen Entfernung der Stelle, was am nächsten Tag stattfand. Die Analyse der Biopsie bestätigte den Verdacht der Ärztin, dass Claudia Jansen ein malignes Melanom hatte.
Die Hautärztin überwies Claudia Jansen an eine Universitätsklinik, in der zu Beginn des Jahres 2021 ein Nachschnitt getätigt wurde. Bei diversen Untersuchungen im Krankenhaus stellten die Ärzt*innen fest, dass bereits zwei Lymphknoten mit Mikrometastasen befallen waren. Daraufhin bekam Claudia Jansen mehrere Medikationen als adjuvante Therapie nach einer Tumorresektion und zur Verhinderung eines Rezidivs. Claudia Jansen sagt, dass sie auch das Bedürfnis nach emotionaler Unterstützung hatte und eine Selbsthilfegruppe in den sozialen Medien fand. Die Einnahme eines neuen Medikaments zur Unterdrückung des Tumorwachstums war mit einigen Nebenwirkungen assoziiert. Claudia Jansen spürte jedoch erst nach siebenmonatiger Einnahme starke Schmerzen in der Bauchregion. Sie sagt, dass diese mit der Einnahme zusammenhängen könnten. Ihr Mann fuhr sie daraufhin in die Notaufnahme und sie wurde stationär aufgenommen.
Im Krankenhaus bekam Claudia Jansen zunächst nur Schmerzmittel, am nächsten Tag stürzte sie aufgrund von Kreislaufproblemen und brach sich den Fuß. Bei der Blutabnahme zur OP-Vorbereitung wurde eine innere Blutung festgestellt. So musste ihre Bauchdecke zur Lokalisierung der Blutung geöffnet werden und es folgte die Fuß-OP. Claudia Jansen sagt, dass sie diese Zeit als sehr kräftezerrend und erdrückend wahrnahm. Sie blieb dennoch hoffnungsvoll und wollte wieder auf die Beine kommen. Die Unterstützung ihrer Familie sowie von Freundinnen half ihr dabei sehr. Nachdem Claudia Jansen sich körperlich erholt hatte, fand sie eine Selbsthilfegruppe in der Nähe ihres Zuhauses und erlebte wertvolle Begegnungen und einen unterstützenden Austausch mit anderen Betroffenen. Weiterhin las Claudia Jansen umfangreich über ihre Erkrankung.
Zwar war die Hautkrebsdiagnose mit ihren Folgen sehr belastend, aber Claudia Jansen sagt, dass sie auch etwas Positives aus der Erkrankung mitgenommen hat. Sie weiß, was sie im Leben möchte und was ihr wichtig ist und gestaltet danach ihr Leben. Claudia Jansen nimmt regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch. Sie betont, dass das Erleben der Erkrankung sehr individuell ist, ebenso die Bedürfnisse Betroffener und wünscht sich, dass dies auch in der Versorgung mehr Berücksichtigung findet.
Das Interview wurde im August 2024 geführt.
Alle Interviewausschnitte von Claudia Jansen
Claudia Jansens Tochter hat ihr Vieles aus der Hand genommen.
Für Claudia Jansen war die Reha eine hilfreiche Auszeit von der Arbeit.
Claudia Jansen fiel die Entscheidung für die Therapie nicht leicht.
Claudia Jansen machte sich Gedanken, was sie ihrem Umfeld hinterlassen möchte.
Claudia Jansen fühlte sich entlastet, je mehr sie über den Hautkrebs gesprochen hat.
Claudia Jansen konnte sich hundertprozentig auf ihre Freund*innen verlassen.
Claudia Jansen entwickelte mit der Zeit die Haltung, ihr Leben nicht vom Krebs bestimmen zu lassen.
Ihr Hund hat Claudia Jansen wieder zu Kräften verholfen.
