Die Erfahrungen von Klaus Lehmann
Klaus Lehmann ist zum Zeitpunkt des Interviews 83 Jahre alt, Rentner und lebt gemeinsam mit der Familie seines Sohnes in einem Haus. Ende 2021 bekam er die Diagnose eines Plattenepithelkarzinoms im Analbereich (auch Analkarzinom), nachdem er zuvor bereits an Prostatakrebs erkrankt war. Klaus Lehmann vertrug die darauffolgenden Therapien, bestehend aus Operation, Chemotherapie und Bestrahlung ohne große Komplikationen und Einschränkungen. Seine Familie ist für Klaus Lehmann eine große Unterstützung und begleitete ihn beispielsweise immer bei Untersuchungen. Klaus Lehmann ist zum Zeitpunkt des Interviews krebsfrei. Auch, wenn die Krebsdiagnosen ihn zum Nachdenken bringen, blickt er hoffnungsvoll in die Zukunft, wobei seine Familie und sein Glaube ihm helfen.
Im Laufe des Jahres 2021 stellte Klaus Lehmann eine verhärtete Stelle im Analbereich fest. Erst vermutete er, dass dies ein Pickel war und hoffte, dieser würde zeitnah wieder verschwinden. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht, sodass Klaus Lehmann im November 2021 seine Hausärztin aufsuchte, die ihm dazu riet, die auffällige Stelle dringend im Krankenhaus weiter untersuchen zu lassen. Klaus Lehmann suchte das Krankenhaus auf und erhielt die Diagnose eines Analkarzinoms. Dies wurde operativ entfernt sowie erhielt er eine zweimalige Gabe einer vergleichsweise leichten Chemotherapie und 28 Betsrahlungen. Die Therapie schlug gut an und Klaus Lehmann sagt, dass er sich an keine konkreten Nebenwirkungen erinnert. Die Schmerzen, die er nach der Operation beim Sitzen verspürte, legten sich mit der Zeit.
Während der Therapie erfuhr Klaus Lehmann eine umfangreiche und fürsorgliche Unterstützung seiner Familie. Einige seiner Kinder und Enkel*innen wohnen mit ihm im Haus sowie nebenan, sodass er jederzeit nach Hilfe fragen und seine Familie regelmäßig nach seinem Befinden schauen kann. Zudem hat Klaus Lehmann sich mit seiner Erkrankung und den Veränderungen beschäftigt und eine Akzeptanz dafür entwickelt, dass das Alter solche Erkrankungen mit sich zieht. Mithilfe seiner Enkelin hat Klaus Lehmann einen Pflegegrad beantragt und wird nun von einer Haushaltshilfe im Alltag unterstützt. Klaus Lehmann sagt, dass er das, was er kann, selbstständig erledigt und seinen Alltag gut alleine bestreiten kann.
Zuversicht findet Klaus Lehmann in seinem Glauben sowie gibt seine gelassene und zugleich realistische Einstellung ihm Rückhalt. Er hat sich in seiner Versorgung gut aufgehoben gefühlt, zumal aufgrund seiner vorigen Diagnose eines Prostatakrebses eine gute Zusammenarbeit mit seinem behandelnden Urologen stattgefunden hat. Klaus Lehmann betont die Bedeutsamkeit von Vorsorge, die er auch seiner Familie nahelegt. Er ist dankbar, seine Familie in der Nähe zu haben, unter Leuten zu sein und gemeinsam zu lachen.
Das Interview wurde im September 2024 geführt.
