Die Erfahrungen von Petra Zeller
Petra Zeller ist zum Zeitpunkt des Interviews 52 Jahre alt. Sie ist verheiratet und wohnt mit ihrem Mann zusammen, ihre beiden erwachsenen Kinder sind bereits ausgezogen. Im Alter von 46 Jahren erhielt Petra Zeller die Diagnose eines malignen Melanoms. Nach der ersten Operation und einem Nachschnitt wurde das Stadium 3B festgestellt, außerdem hatte sich bereits eine Satellitenmetastase gebildet. Petra Zeller erhielt eine moderne Immuntherapie per Infusion, die mit einigen Nebenwirkungen verbunden war. Ihre Belastungsgrenze hat sich daraufhin verändert, doch Petra Zeller sagt, dass sie den neuen Lebensalltag zu akzeptieren gelernt hat und sich ihre Lebensqualität bewahren möchte. Sie informiert sich über neueste Studien im Bereich der Hautkrebsversorgung, aber gibt der Krankheit heute weniger Präsenz im Alltag.
Petra Zeller war schon zuvor ein verändertes Muttermal auf dem Rücken aufgefallen, welches ein Arzt jedoch als ungefährlich einstufte. Nachdem sich die Hautstelle weiter veränderte, suchte Petra Zeller auf den Rat ihrer Familie hin erneut einen Arzt auf und bekam eine Überweisung in die Dermatologie. Dort erhielt sie im Oktober 2018 die Diagnose eines malignen Melanoms. Die betroffene Hautstelle wurde umgehend herausgeschnitten und es folgte ein Nachschnitt, um sicherzustellen, dass der Krebs nicht gestreut hat. Petra Zeller befand sich jedoch zu diesem Zeitpunkt im Stadium 3B und hatte bereits eine Satellitenmetastase. Es folgten verschiedene Untersuchungen wie MRT, CT und ein PET-CT, was Petra Zeller als besonders unangenehm empfand und aufgrund von Platzangst abbrach.
Ab Ende Dezember 2018 erhielt Petra Zeller ein Jahr lang eine gezielte Immuntherapie per Infusion. Sie sagt, dass diese erfolgreich war, jedoch einige belastende Nebenwirkungen nach sich zog, die Petra Zeller im Alltag lange erheblich einschränkten. Sie hatte starke Knochen- und Muskelschmerzen, Magen- und Darmprobleme, Hautausschläge und Erschöpfungssymptome, die z. T. auch zum Zeitpunkt des Interviews noch präsent waren, wenn auch nicht mehr so stark wie zuvor. Sowohl die Nebenwirkungen als auch die vielen Untersuchungstermine, die Kommunikation mit Ärzt*innen und Auseinandersetzungen mit Behörden belasteten Petra Zeller darüber hinaus emotional. Sie befindet sich zum Zeitpunkt des Interviews in Erwerbsminderungsrente sowie läuft ein Antrag auf Weitergewährung. Petra Zeller sagt, dass sie ohne die Berufsunfähigkeitsversicherung finanzielle Probleme hätte, da die Krankheit und das fehlende Gehalt finanzielle Auswirkungen hatten.
Mit der Unterstützung ihrer Familie sowie durch die Gründung einer Selbsthilfegruppe in ihrer Region konnte Petra Zeller lernen, die Folgen der Erkrankung zu akzeptieren und ihren Alltag hiermit zu bewältigen. Der Austausch mit anderen Betroffenen gibt Petra Zeller auch einige Jahre nach der Diagnose weiterhin Kraft. Die Inanspruchnahme psychologischer Unterstützung sowie ihr Glaube konnten sie darüber hinaus beim Umgang mit dem Hautkrebs unterstützen. Sie sagt, dass der Krebs Beziehungen auf die Probe stellte. Diese Probe konnten sie und ihr Mann gemeinsam bewältigen, aber im Freundeskreis hingegen verflüchtigten sich auch Beziehungen. Petra Zeller schätzt dafür umso mehr die Freund*innen, die sie an ihrer Seite hat und auf die sie sich verlassen kann. Ihr bedeutet es ebenso viel, auf sich selbst zu achten und sich wertzuschätzen. Petra Zeller fühlt sich schließlich durch ihr Vertrauen in die Versorgung und viele gute Behandlungsoptionen gestärkt.
Das Interview wurde im September 2024 geführt.
Alle Interviewausschnitte von Petra Zeller
Petra Zeller hat sich an die Untersuchungen gewöhnt.
Petra Zeller konnte den Hautkrebs keinem konkreten Risikofaktor zuordnen.
Petra Zeller musste neue Grenzen setzen, um der Fatigue zu begegnen.
Petra Zeller hat mit ihren Kindern und ihrem Mann über ihren Tod gesprochen.
Petra Zeller versucht, nach vorne zu schauen.
Petra Zeller verdeutlicht, dass eine positive Einstellung nicht durchgängig vorhanden ist.
Petra Zeller wollte nach der Diagnose nicht krankgeschrieben werden.
Petra Zeller lernte mit der Zeit, über Schwierigkeiten hinsichtlich Intimität zu sprechen.
Petra Zeller hatte meistens familiäre Begleitung bei ihren Untersuchungen.
Petra Zeller ist dankbar, dass ihr Hautarzt ihr häufiger Kontrolluntersuchungen ermöglicht.
Petra Zellers Glaube hat sich durch die Krankheit intensiviert.
Petra Zeller möchte nicht mehr ständig über Krankheit sprechen.
Petra Zeller bewältigt ihre Krankheit, indem sie sich umfassend informiert.
