Die Erfahrungen von Sebastian Mertens

Portrait Sebastian Mertens ist zum Zeitpunkt des Interviews 45 Jahre alt und lebt gemeinsam mit seiner Frau. Er ist in Vollzeit als Arzt tätig. Sebastian Mertens hat Rosazea und ist familiär bzgl. Hauterkrankungen und Hautkrebs vorbelastet. 2010 wurde ihm bereits ein Nävus im Gesicht entfernt. Die Diagnose eins Basalioms im Jahr 2024 im Alter von 44 Jahren löste bei Sebastian Mertens dennoch einen Schock aus, da er Basaliome eher bei Menschen ab 60 Jahren kannte. Auch das Basaliom war im Gesicht und wurde operativ entfernt, nachdem er sich mit der auffälligen Haustelle an eine befreundete Dermatologin wendete. Es folgte ein Nachschnitt und Sebastian Mertens hatte einige Wochen ein Pflaster im Gesicht. Die Wunde heilte schließlich gut ab. Er achtet seit der Hautkrebsdiagnose noch bewusster auf Sonnenschutz und nimmt regelmäßig Kontrollen in Anspruch. So hat er seinen Lebensstil entsprechend geändert, indem er sportlichen Aktivitäten wie Joggen und Radfahren z. B. nicht in der Mittagshitze nachgeht und sich konsequent vor der Sonne schützt. In seiner Familie und im Freundeskreis hat Sebastian Mertens die Erkrankung offen thematisiert und stieß auf viel Unterstützung. Insbesondere mit seiner Frau konnte er sich umfassend austauschen. Auch half es ihm, selbst viel zu lesen und informiert zu sein.

Seit Ende 2021 hatte Sebastian Mertens eine trockene Stelle im Gesicht. Er dachte, dass dies an den FFP2-Masken lag, die er während der COVID-19-Pandemie im beruflichen Alltag vermehrt trug. Wegen der trockenen Haut und seiner Rosazea-Erkrankung achtete Sebastian Mertens daher noch mehr darauf, sich regelmäßig einzucremen und seine Haut zu pflegen. Es trat keine Besserung ein, auch nicht, als Sebastian Mertens die FFP2-Masken nach Ende der COVID-Maßnahmen weniger trug. Zudem wurde die Hautstelle erhaben und sah aus wie eine Warze, sodass Sebastian Mertens sie 2024 bei einem gemeinsamen Abendessen einer befreundeten Dermatologin zeigte. Diese riet zur Entfernung, sodass im Mai 2024 ein ambulanter Eingriff durch sie und einen plastischen Chirurgen in ihrer dermatologischen Praxis erfolgte. Sebastian Mertens sagt, dass ihn die Narbe eigentlich nicht störte, zumal er bereits aufgrund einer Nävus-Entfernung im Jahr 2010 eine Narbe im Gesicht hatte. Dennoch hinterfragte er seine Entscheidung, den Eingriff gemacht zu haben, bis er den Anruf der Praxis bekam, dass es sich um ein Basaliom handelte. Sebastian Mertens war zu diesem Zeitpunkt mit seiner Frau im Urlaub und sagt, dass er erst einmal frische Luft schnappen musste und joggte. Die Hautkrebsdiagnose war ein Schock, vor allem, weil er Basaliome eher Menschen ab 60 Jahren zuordnete.

Das Basaliom konnte beim ersten Eingriff nicht vollständig entfernt werden, sodass im August 2024 eine zweite Operation folgte. Sebastian Mertens war sehr zufrieden mit dem Eingriff durch den plastischen Chirurgen. Er hatte einige Wochen ein Pflaster im Gesicht und war besonders vorsichtig, da er sich nach Entfernung des Nävus 2010 nicht richtig geschont hatte und die Narbe aufplatzte. Es war zwar eine Herausforderung, das Schwitzen im Sommer zu vermeiden, weshalb auch die Dermatolg*innen den Eingriff lieber nach dem Sommer gemacht hatten. Aber Sebastian Mertens wollte es hinter sich bringen. Er war nach der Operation sehr achtsam und vermied Sport, sodass die Wunde gut abheilte. Sebastian Mertens sagt, dass ihn die Narben bezogen auf seine Ästhetik nicht stören. Er achtet aber darauf, diese besonders zu schützen. Auch, wenn er wegen dermatologischer familiärer Vorbelastungen bereits verstärkt auf Sonnenschutz geachtet hat, ist Sebastian Mertens seit der Hautkrebsdiagnose noch konsequenter. Er reduzierte seine Sonnenexposition und nutzt Sonnencreme, Kopfbedeckung und Sonnenbrille. Darüber hinaus vermutet er, dass Operationen in der Vergangenheit, bei denen er als Arzt Röntgenstrahlen ausgesetzt war, ebenso ein Risiko darstellten. Auch diese Exposition vermeidet er daher seit der Diagnose. 

Für Sebastian Mertens gehört die offene Kommunikation der Erkrankung im sozialen Umfeld dazu, um Aktivitäten anzupassen und sich bewusst vor der Sonne und den Röntgenstrahlen zu schützen. Sebastian Mertens tauscht sich viel mit seiner Mutter aus, die auch bereits Basaliome hatte. So waren Familie und Freundeskreis, insbesondere auch seine Frau, eine große Stütze im Umgang mit der Hautkrebsdiagnose. Sebastian Mertens hat zudem viel über die Erkrankung und Behandlungsmöglichkeiten gelesen, um sich informiert zu fühlen und die Krankheit zu „akademisieren“. Er sagt, dass er dadurch die emotionale Belastung mildern konnte. Zugleich hat er als Arzt wenig Aufklärung erfahren. Die Diagnose hat dazu geführt, dass Sebastian Mertens sich mit dem Altern generell auseinandersetzt und in der Folge Vorsorgeuntersuchungen mehr in den Fokus rückten. Es ist ihm wichtig, dass die Scham im Kontext von Hautkrebs reduziert und das Bewusstsein für die Prävention von Hautkrebs in der Gesellschaft gestärkt wird, um Hautkrebs frühzeitig entdecken und behandeln zu können.

Das Interview wurde im August 2025 geführt.


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