Sebastian Mertens beschrieb, dass er sich auch als Arzt durch seine behandelnden Kolleg*innen nicht ausreichend informiert fühlte.

Also ich finde generell, dass man das, was sowas betrifft-. Ich bin gar nicht aufgeklärt worden. Ich habe einen Zettel bekommen und habe den unterschrieben. Und im Grunde genommen hatte ich dann, weil natürlich anfangs war noch gar nicht klar, was es ist. Anfangs dachte ich, es wäre nur in Anführungszeichen ein Pickel oder ein eingewachsenes Haar. War ich dann schon- im ersten Moment dachte ich so okay, ist ja schon eine heikle Stelle, kann zu Narben führen, im Zweifel zu Keloid. Kann ja auch Nervenverletzungen machen. Das ist selten, aber es kann dann sein, dass man trotzdem was hat. Da muss ich gestehen, fühlte ich mich selbst als ärztlicher Kollege nicht gut aufgeklärt. Aber eine Krähe pickt der anderen kein Auge aus, so heißt es immer. Und dann habe ich gesagt: Okay, jetzt habe ich hier eine Entscheidung getroffen. Ich hatte auch überlegt, an dem ersten OP schon überlegt, ob ich jetzt einfach nach Hause gehen. Also nicht wegen der Aufklärung, aber ich lasse es einfach sein. Aber ich fand schon, dass unter ärztlichen Kollegen-. Also ich kann mir vorstellen, dass es für die Patienten genauso ist als wie mit Ärzten, aber wahrscheinlich als ich als Arzt auch da war und unter Freunden, und dass so ein bisschen ferner lief unter Bekanntschaften, glaube ich, habe ich fast gar keine Aufklärung bekommen. Also ich sage, Ärzte unter Ärzten ist immer ein schwieriges Thema, weil natürlich, wenn- also Ärzte spielen ja immer, spielen immer gegenseitig Sachen runter, das ist einfach so, mit spitzen Ellbogen machen wir unsere Karriere. Das ist meine Erfahrung. Man neigt dazu, Dinge zu- der eine Arzt, der Arzt klärt den anderen Arzt nicht so gut auf und der Arzt, der aufgeklärt wird, stellt nicht die richtigen Fragen, weil es peinlich ist, weil der muss es ja eigentlich wissen und das läuft immer doof.