Die Erfahrungen von Susanne Hoppe

Portrait Susanne Hoppe ist zum Zeitpunkt des Interviews 67 Jahre alt, erhält Erwerbsminderungsrente und lebt alleine. Aufgrund einer auffälligen Stelle an ihrem Arm suchte sie 2012 ihre Hautärztin auf. Diese entfernte die Stelle umgehend und Susanne Hoppe erhielt die Diagnose eines malignen Melanoms in Stufe 3. Daraufhin folgten mehrere Untersuchungen und eine weitere Operation im Krankenhaus, woraufhin Susanne Hoppe mit einer Interferon-Therapie behandelt wurde. Sie fühlte sich infolge der Behandlung zunehmend schlapp. Auf Empfehlung der Krebsgesellschaft suchte sie eine neue Hautärztin, die wiederum von der Interferon-Therapie abriet und bereits ein weiteres Melanom entfernen konnte. Seitdem ist Susanne Hoppe halbjährlich zur Kontrolle bei ihrer Hautärztin. Diese entdeckte und entfernte bisher bei jeder Kontrolle auch Basalzellkarzinome. Die häufigen Eingriffe belasten Susanne Hoppe, zumal sie im Anschluss auch sehr sichtbare Wunden im Gesicht hatte. Es hilft ihr, im Kontext eine Selbsthilfegruppe über den Krebs zu sprechen. Darüber hinaus taten ihr Gespräche mit einer Psychologin der Krebsgesellschaft sehr gut. Susanne Hoppe nimmt sich im Alltag bewusst mehr Zeit für Entschleunigung. Beispielsweise haben Aktivitäten wie ein Essen mit Freunden, kulturelle Unterhaltung und Fahrrad fahren ihre Lebensqualität wieder gefördert.

Susanne Hoppe durchlief gerade eine berufliche Veränderung, als ihr 2012 eine Hautveränderung am Arm auffiel, die so groß wie eine Erbse war. Sie stellte sich daraufhin bei ihrer Hautärztin vor, machte sich aber keine ernsthaften Gedanken über die Veränderung. Ihre Hautärztin laserte die Stelle weg und nahm eine Probe. Es stelle sich heraus, dass Susanne Hoppe ein malignes Melanom hatte und sie musste für weitere Untersuchungen in eine Klinik. Susanne Hoppe sagt, dass die Diagnose für sie ein Schock war. Sie musste sich daraufhin selbst eine Klinik suchen, was in der Urlaubszeit im Sommer sehr mühsam war. Sie bekam schließlich einen Termin im Krankenhaus in ihrem Wohnort und wurde stationär aufgenommen. Dort wurde Susanne Hoppe umfassend untersucht und erneut operiert. Die Lymphknoten unter der Achsel des betroffenen Armes wurden entfernt und Metastasen konnten ausgeschlossen werden.

Die Ärzt*innen wollten Susanne daraufhin mit einer Interferon-Therapie weiterbehandeln. Da sie im Alter von 21 Jahren eine Sarkoidose in der Lunge hatte, musste zuvor erst abgeklärt werden, ob diese noch aktiv war. Diese entzündliche Erkrankung sorgt dafür, dass sich Gewebeknötchen in den Organen ansiedeln, die wiederum leicht mit Metastasen verwechselt werden können. Es waren keine Anzeichen einer aktiven Sarkoidose erkennbar und Susanne Hoppe startete die Interferon-Therapie. Ihr Körper zeigte eine starke Abwehrreaktion gegen die Therapie. Diese wurde dennoch zunächst fortgeführt. Als Susanne Hoppe allerdings nur noch müde war und keine Lebensqualität mehr verspürte, suchte sie Rat bei der Krebsgesellschaft. Ihr wurde dort eine Hauärztin empfohlen, sodass sie wechselte. Ihre alte Ärztin hatte Susanne Hoppe nie richtig in der Nachsorge untersucht, sondern lediglich Interferon verschrieben. Die neue Ärztin stoppte die Interferon-Therapie, die Susanne Hoppe bis zu diesem Zeitpunkt fast ein Jahr erhielt, umgehend. Außerdem untersuchte sie Susanne Hoppe umfassend. Ein weiteres malignes Melanom konnte entdeckt und komplett entfernt werden.

Im Laufe der Jahre fand Susanne Hoppes neue Hautärztin bei den Kontrolluntersuchungen immer wieder neue Stellen mit Basalzellkarzinomen. Diese schnitt sie umgehend heraus. Susanne Hoppe belastet es, dass der Hautkrebs für sie dadurch dauerhaft präsent ist. Zudem ist der weiße Hautkrebs häufig im Gesicht, weshalb die Wunden im Anschluss an die Entfernung deutlich sichtbar sind. Susanne Hoppe erinnert sich an eine taktlose Reaktion, die ihr Unwohlsein gefördert hat. Sie sagt, dass sie jedoch ansonsten viel Mitgefühl im sozialen Umfeld erfahren hat. Ihr damaliger Partner hat sie zudem sehr in der Krankheitsbewältigung unterstützt. Anfang 2014 trennten sich die beiden und eine Kur erleichterte es Susanne Hoppe, mit dieser weiteren Herausforderung umzugehen und neue Kraft zu sammeln. Ebenso die Erwerbsminderungsrente trug dazu bei, dass Susanne Hoppe ihren Alltag an ihr Befinden anpassen konnte. Eine große Stütze war ihr nicht zuletzt die Beratung bei der Krebsgesellschaft. Susanne Hoppe nahm dort Angebote wie die Selbsthilfe, einen Malkurs und auch psychologische Gespräche in Anspruch.

Neben dem Malen bereitet Susanne Hoppe das Radfahren sehr viel Freude im Alltag und half ihr ebenso, wieder Kraft aufzubauen. Nachdem sie früher einige Sonnenbrände hatte und weil sie einen hellen Hauttyp und rote Haare hat, achtet Susanne Hoppe heute besonders auf Sonnenschutz. Sie sagt, dass sie ein Faible für Kleidung hat und sich gerne zur Kleidung passende Hüte aussucht, wenn sie in der Sonne unterwegs ist. Im Kontext des ersten malignen Melanoms hat Susanne Hoppe sich aktiv mit dem Tod auseinandergesetzt und sich einen Grabplatz in einem Friedwald gekauft sowie ihren Sohn darüber informiert, damit dieser sich darüber keine Gedanken machen muss. Durch kleine und zugleich wertvolle Momente im Alltag, Ruhepausen und Zeit mit Freund*innen konnte Susanne Hoppe im Laufe der Erkrankung an Lebensqualität zurückgewinnen und genießt es, ihr Leben nach ihren Bedürfnissen zu gestalten.

Das Interview wurde im Juli 2025 geführt.


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