Die Erfahrungen von Andreas Engels

Portrait Andreas Engels ist zum Zeitpunkt des Interviews 66 Jahre alt. Er lebt gemeinsam mit seiner Partnerin und ist in Rente. 2022 wurde bei ihm ein Basalzellkarzinom am Oberarm diagnostiziert sowie im Rahmen der Untersuchungen auch aktinische Keratosen, Vorstufen vom hellen Hautkrebs. Ein Verdacht auf ein malignes Melanom bestätigte sich nicht. Andreas Engels besucht halbjährlich Nachsorgetermine und achtet auf genügend Sonnenschutz. Sein fachliches Wissen als Tumorbiologe wie auch die Gründung einer Selbsthilfegruppe waren ihm eine große Unterstützung beim Umgang mit der Erkrankung und den Ängsten vor der Nachsorge, ebenso ist seine Frau eine große Hilfe. Andreas Engels hat gelernt, dass die Achtsamkeit für sich selbst enorm wichtig ist und betrachtet Meditation als besonders hilfreich.

Andreas Engels entdeckte bereits einige Jahre vor seiner Diagnose eine auffällige Hautstelle an seinem Oberarm, der er zunächst keine große Beachtung schenkte. Als der Fleck jedoch größer wurde und anfing zu jucken, konsultierte Andreas Engels 2022 einen Arzt. Es wurde eine Biopsie gemacht, daraufhin ein Basalzellkarzinom diagnostiziert und herausgeschnitten. Im Rahmen anschließender Untersuchungen wurde eine aktinische Keratose festgestellt, die bereits sein Vater hatte, sowie kam die Verdachtsdiagnose eines malignen Melanoms auf, die sich nicht bestätigte. Der Verdacht und das Risiko für ein malignes Melanom ängstigt Andreas Engels dennoch immer mal wieder, insbesondere vor Kontroll- und Nachsorgeuntersuchungen.   

Die Kommunikation mit Ärzt*innen empfand Andreas Engels als durchgehend positiv. Als Unterstützung der Interaktion nimmt er einerseits seine eigenen beruflichen Kenntnisse aus der Tumorbiologie wahr, andererseits die Gründung einer Hautkrebs-Selbsthilfegruppe, durch die er im engen Kontakt mit einigen Ärzt*innen steht. Andreas Engels schützt sich heute umfangreich vor der Sonne, indem er immer, wenn er der Sonne ausgesetzt ist, einen Hut trägt und die pralle Sonne überwiegend meidet. Auch, wenn er ein langes Hemd im Sommer und bei Hitze als störend empfindet, ist es Andreas Engels wichtig, seine Erkrankung und die Vorsorge ernst zu nehmen. Er ist mit seinem eigenen Körper sehr wachsam und bittet seine Frau gelegentlich um Hilfe, wenn er seinen Körper auf verdächtige Haustellen kontrolliert. Sie ist ihm darüber hinaus eine große emotionale Stütze.

Eine weitere Ressource stellt für Andreas Engels sein Glaube da. Zugleich ist er sich der Endlichkeit des Lebens bewusst und sagt, dass der Hautkrebs dazu beiträgt, dass die Lebensqualität nicht mehr unbedingt bei 100 Prozent ist. Dennoch hilft es ihm, regelmäßig zu meditieren und achtsam sowie fürsorglich in Hinblick auf sich selbst zu sein. Andreas Engels möchte Ängste und Sorgen im Kontext der Krankheit, aber auch generell mit Bezug auf das Altern, ernstnehmen, aber nicht sein Leben bestimmen lassen. Er kommuniziert seine Krankheit offen im sozialen Umfeld. Darüber hinaus liegt ihm sehr viel daran, seine Mitmenschen aufzuklären, indem er beispielsweise auf Sonnenschutz sowie Hautkrebsvorsorge hinweist.  

Das Interview wurde im August 2024 geführt.


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