Die Erfahrungen von Bettina Wetzel

Portrait Bettina Wetzel ist zum Zeitpunkt des Interviews 57 Jahre alt. Sie ist verheiratet und wohnt gemeinsam mit ihrem Partner, ihre zwei erwachsenen Kinder sind bereits ausgezogen. Bettina Wetzel arbeitet in Teilzeit 25 Stunden pro Woche. Mitte 2023 erhielt sie im Alter von 56 Jahren die Diagnose eines malignen Melanoms, nachdem ihr bereits 2022 eine unebene Stelle an ihrer Haut im Nacken aufgefallen war und ihre Nichte sie ermutigte, einen Hautarzt aufzusuchen. Nach einer Entfernung der betroffenen Haut erfolgten ein Nachschnitt sowie einige Monate später die Entfernung eines betroffenen Lymphknotens. Im November 2023 begann Bettina Wetzel eine gezielte Immuntherapie, die sie ohne einschränkende Nebenwirkungen gut verträgt. Heute geht sie regelmäßig zu ihren Kontroll-Screenings und trägt durch eine gesunde Ernährung und viel Bewegung zu ihrer eigenen Genesung und ihrem gesundheitlichen Wohlbefinden bei. Sie achtet auf ihre eigenen Bedürfnisse und genießt die Zeit mit ihrer Familie. Zum Zeitpunkt des Interviews freut sie sich besonders, dass sie bald Großmutter wird.

Bettina Wetzel entdeckte 2022 eine ungewöhnliche Stelle in ihrem Nacken, die ihr zuvor nicht aufgefallen war. Sie nutzte zunächst eine einfache Creme und erwartete, dass die Haut an dieser Stelle sich bald erholen würde. Da sich auch nach einiger Zeit nichts änderte und ihrer Nichte die Stelle bei einem Besuch auffiel, bat diese Bettina Wetzel, zeitnah einen Hautarzt aufzusuchen. Bettina Wetzel suchte eine dermatologische Praxis auf und der Hautarzt riet ihr, die Stelle so schnell wie möglich entfernen zu lassen. Nachdem ein Eingriff stattgefunden hatte und die Probe im Labor untersucht wurde, erhielt Bettina Wetzel die Diagnose eines malignen Melanoms. Es folgte ein Nachschnitt, nach dem Bettina Wetzel davon ausgeht, dass der Krebs vollständig entfernt ist. Als sie allerdings im Frühjahr 2023 eine Erhebung in der Nähe ihres Schlüsselbeins fühlte, suchte sie ärztlichen Rat auf und ließ die Stelle auf eigenes Bestreben entfernen. Es stellte sich heraus, dass dies ein maligner Lymphknoten war. Bettina Wetzel sagt, dass sie sich ab diesem Zeitpunkt in der Maschinerie befand.

Es wurde eine Lungenpunktion gemacht, um den Ursprung dieser Metastase zu finden. Bettina Wetzel hatte nämlich vor vier Jahren bereits aufgrund einer Vorstufe von Brustkrebs eine Brust-OP, doch im Rahmen der Untersuchungen konnte der befallene Lymphknoten dem malignen Melanom zugeordnet werden. Infolge der Metastase begann Bettina Wetzel im November 2023 eine gezielte Immuntherapie, die sie auch zum Zeitpunkt des Interviews noch erhält. Sie sagt, dass sie bis auf ein Kribbeln in der Hand und Hautausschlag keine Nebenwirkungen verspürt und es ihr unter der Therapie gut geht. Da sie die Nebenwirkungen der gezielten Immuntherapie zuordnen kann und sie nach einem Vierteljahr wieder verschwinden, kann sie diese akzeptieren und ist darüber hinaus erleichtert, dass die Therapie anschlägt. Bettina Wetzel erlebt zudem eine umfangreiche Unterstützung des Fachpersonals, da sie die moderne Immuntherapie im Rahmen einer klinischen Studie erhält. Sie wird dementsprechend alle acht Wochen im CT und MRT untersucht und bespricht auch alle ihre Fragen und Unsicherheiten mit den Expert*innen in der Klinik.

Bettina Wetzel sagt, dass ihre Krankheit nicht ihr Leben bestimmt, sondern sie diese sowie die Termine in der Klinik in den Alltag integriert hat. Bewegung und Zeit mit ihrer Familie sind die Lebensinhalte, die Bettina Wetzel besonders guttun und für die sie sich Zeit nimmt. Bettina Wetzel hat bei sich selbst insofern Veränderungen wahrgenommen, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse mehr adressiert. In diesem Kontext hat sie auch ihre Aufmerksamkeit gegenüber ihrem sozialen Umfeld überdacht und angepasst, indem sie beispielsweise nicht mehr alles von sich aus erzählt und auch anderen Menschen mal die Initiative überlasst, beispielsweise in der Organisation von gemeinsamen Treffen und Besuchen.  Sie ist dankbar, dass sie ohne große Nebenwirkungen weiterhin aktiv sein kann und betrachtet das Leben als kostbar, sodass sie viel in einen gesunden Lebensstil investiert und achtsam mit ihrem eigenen Körper umgeht.

Das Interview wurde im April 2025 geführt.


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