Die Erfahrungen von Kai Fritz

Portrait Kai Fritz ist zum Zeitpunkt des Interviews 63 Jahre alt. Er lebt gemeinsam mit seiner Frau und befindet sich in der passiven Altersteilzeit. Im Sommer 2018 wurde Kai Fritz das erste Mal auf einen vergrößerten Leberfleck am Unterarm aufmerksam, der ihm jedoch ansonsten unauffällig erschien. Als die Stelle zum Ende des Jahres zu bluten begann, suchte er einen Hautarzt auf. Die Hautstelle wurde unmittelbar weggeschnitten und der Befund wies die Diagnose eines malignen Melanoms auf. Sein Hautarzt schickte Kai Fritz zur Weiterbehandlung in eine Klinik und es erfolgte ein Nachschnitt. Aufgrund von Rezidiven am Oberarm in den Jahren 2023 und 2024 erhielt Kai Fritz später eine Bestrahlung sowie eine gezielte Immuntherapie. Kai Fritz ist aktuell in engmaschiger Nachsorge und beschäftigt sich intensiv damit, was er für seine Gesundheit und Genesung tun kann. Seine Frau ist ihm hierbei eine große Unterstützung sowie hat er nach und nach gelernt, die Krankheit in seinem Umfeld zu kommunizieren und schätzt den Austausch in der Selbsthilfe.

Kai Fritz fiel im Alter von 57 Jahren im Sommer 2018 ein Leberfleck am Unterarm auf, der ihn jedoch zunächst nicht weiter beunruhigte. Nachdem dieser Fleck einige Monate später jedoch blutete, ermutigte seine Frau ihn, einen Hautarzt aufzusuchen, was er in der Folge gemacht hat. Der Hautarzt entfernte die entsprechende Hautstelle noch am selben Tag und schickte eine Probe zur Diagnostik ins Labor. Einige Tage später erhielt Kai Fritz die Diagnose eines malignen Melanoms. Kai Fritz sagt, dass ihn diese Nachricht erst einmal überrascht und geschockt hat. Seine Schwiegermutter war am schwarzen Hautkrebs verstorben, sodass die Diagnose auch seiner Frau im ersten Moment große Angst bereitet hat. Der Hautarzt überwies Kai Fritz direkt weiter an die zuständige Klinik, in der Kai Fritz zu Beginn des Jahres 2019 ein weiteres Mal operiert wurde, um das umliegende Gewebe großflächig zu entfernen.

Nach der Operation ging Kai Fritz regelmäßig zur Nachsorge, bei der 2023 ein Rezidiv mit Metastasenbildung am Oberarm festgestellt wurde. Es folgten eine Bestrahlung und eine gezielte Immuntherapie, was sich bei Kai Fritz mit erheblicher Müdigkeit und Erschöpfung bemerkbar machte. Zudem war die betroffene Stelle stark von der Bestrahlung gereizt und verletzt, sodass Kai Fritz Einschränkungen im Alltag erlebte, weil er beispielsweise nicht schwimmen gehen konnte. Im April 2024 wurde erneut ein Rezidiv diagnostiziert und Kai Fritz wurde bestrahlt sowie wurde die gezielte Immuntherapie fortgesetzt. In der Versorgung hat er sich immer gut betreut und informiert gefühlt. Kai Fritz sagt, dass er eigentlich eher ein verdrängender Typ ist, aber die langwierige Auseinandersetzung mit dem Hautkrebs auch dazu führte, dass er nach und nach mit ausgewählten Personen intensiver über den Krebs gesprochen hat, beispielsweise auch im Rahmen der Selbsthilfe. Im Beruf hat er den Hautkrebs unmittelbar kommuniziert, konnte aber ohne lange andauernde Ausfälle bis zum Eintritt in die passive Altersteilzeit weiterarbeiten.

Die gewonnene Zeit nutzt Kai Fritz u. a., um sich verstärkt mit seiner Gesundheit auseinanderzusetzen. Er beschäftigt sich mit der Frage, wie er seine Gesundheit unterstützten und fördern kann, sowohl körperlich als auch psychisch. Dies wurde auch durch eine Kur im Jahr 2019 mit angestoßen. Kai Fritz empfand seinen Aufenthalt als sehr wohltuend und hilfreich, da er sich mit anderen Betroffenen austauschen konnte und viel Zeit in Bewegung und Meditation investieren konnte. Zum Zeitpunkt des Interviews befindet sich Kai Fritz kurz vor seinem nächsten Kur-Aufenthalt und blickt diesem mit Vorfreude und Zuversicht entgegen. Gemeinsam mit seinem Hausarzt verfolgt Kai Fritz zudem homöopathische Ansätze. Sein Glaube unterstützte ihn in der Krankheitsbewältigung sowie ist seine Frau für Kai Fritz eine besonders große Stütze. Beide sind im fortwährenden Austausch miteinander, auch wenn sie der Erkrankung nicht ständig Raum geben möchten. Sie versuchen, gleichzeitig verantwortungsbewusst mit der Diagnose umzugehen und achtsam zu sein sowie dabei die schönen Momente des Lebens zu genießen. 

Das Interview wurde im April 2025 geführt.


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