Angelika Schüler hatte schlechte Erfahrungen mit dem Arbeitsamt und ihrem Arbeitgeber.

Und dann hat er [Mitarbeiter Arbeitsamt] zu mir gesagt: „Sie haben doch Geld von Ihrem Mann.“ Dann habe ich gesagt: „Ich gehe mein Leben lang, seit ich 14 Jahre bin, arbeiten.“ Ich hatte die Hauptschule, bin ich sofort in die Lehre. Seitdem gehe ich arbeiten. Seitdem sorge ich für mich selbst. Ich möchte jetzt nicht in diesem Alter, mit meiner Krankheit auf meinen Mann angewiesen sein. Das verstehe ich nicht. Das will ich nicht. Aber keine Chance. Der hat uns rausgeschickt und hat gesagt: „Es gibt nichts.“ Ich versuchte, mit meinem Arbeitgeber einen Deal zu machen. Habe gesagt: „Pass auf, ich habe noch so viel Urlaub, ich nehme den Urlaub, dann verliere ich kein Geld.“ Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll. Es war Geld da, ich hätte jetzt nicht am Hungertuch genagt, aber mir ging es ums Prinzip. Ich habe gedacht, jetzt gehe ich mein Leben lang arbeiten, jetzt bin ich krank und jetzt-. Und da hat der Arbeitgeber dann sich auch quer gestellt und hat gesagt, – obwohl ich wie gesagt, ich habe da gelernt und bis zum Schluss war ich da – ich kann nicht aus der Krankheit kommen und dann in Urlaub gehen, das funktioniert nicht. Also okay, ich komme arbeiten. Ich war frisch operiert. Dann bin ich arbeiten gegangen, anderthalb Tage. Dann bin ich wieder zu Hause geblieben, mit irgendeiner anderen Krankheit. Dann kam das Schreiben von der Krankenkasse, die ja dann für das Aussteuern auch zuständig ist, und sagte mir, dass ich rückwirkend, da war ich schon drei Jahre krank, dass ich rückwirkend zu 2017 verrentet werde. Wie soll ich sagen? Sie kriegen praktisch den Boden unter den Füßen weggezogen.