Bettina Wetzels Tochter hat Veränderungen bei Bettina Wetzel wahrgenommen.
Ja, meine Tochter hat gesagt, ich bin kälter geworden. Ich habe früher immer mein Herz auf der Zunge gehabt. Ich habe jedem alles erzählt und auch angerufen: „Hey, wie geht's dir und wie war die OP?“ Das mache ich jetzt nicht mehr, weil ich einfach denke, das sind so oberflächliche Sachen. Oder die Cousine von meinem Mann, die wohnt in [Stadt 3] und dann sind wir immer einmal im Jahr zu ihr nach [Stadt 3] gefahren und die kamen dann einmal her. Es kam aber alles von mir aus. Und jetzt habe ich zu meinem Mann gesagt: „Hör zu, ich mache das nicht mehr. Wenn sie was will von uns, dann kann sie auch das mal anschubsen.“ Und das meint meine Tochter mit „kalt“. Ja, es ist auch wirklich so! Ich sage auch, was ich denke jetzt. Meine Mama zum Beispiel, wenn meine Mama gesagt hat: „[Bettina], du musst den Garten umgraben“, dann sage ich: „Ja Mama.“ Und dann habe ich das aber spätestens am nächsten Tag gemacht. Es ist jetzt sowas, was ich nicht mehr mache. Ich sage: „In Ordnung, ich mache das dann, wenn ich Zeit habe.“ Dann macht es meine Mama alleine. Aber das ist mir jetzt egal. Ich sage ihr das jetzt so, wie ich das denke. Zum Beispiel meine Krebsdiagnose; entweder hat sie die verdrängt oder weiß es nicht mehr, Demenz ist ja eigentlich auf der einen Seite gut, auf der anderen Seite Scheiße. Entschuldigung. Und so bin ich jetzt böser geworden im Volleyball: Wenn mir da einer blöd kommt, ich mache nicht mehr gute Miene zum bösen Spiel, ich bin dann einfach böse. Ich rede da nicht mehr mit, das ist dann nicht mehr so, dass ich denke naja gut, komm, du bist in einem Sport, du bist in einer Gemeinschaft drin. Nein! Warum soll ich jetzt immer wieder lieb sein? Ich bin jetzt so, wie ich bin. Und wenn mich einer nicht so mag, wenn ich so offen bin und so böse bin, dann ist es so.
