Daniela Steffens Familie wusste nicht, wie sie mit ihr umgehen sollte.

Also bei mir persönlich habe ich gesehen, dass familiär so viel passiert ist, dass ich zum Beispiel gar keinen Kontakt mehr habe zu meiner Schwester, die Kinder leider auch nicht mehr in Kontakt sind, weil es nicht gewünscht wird, weil einfach keiner so recht mit mir umgehen konnte in der Zeit. Und auch, dass Palliativ nicht so angenommen, vielleicht aus Selbstschutz dann „Das ist gar nicht so schlimm deine Diagnose und das wird schon wieder“ und dann ich hatte auch SMS bekommen: Liebe, Glaube, Hoffnung, das wird schon. Also im Bekannten und im Freundeskreis sind viele Absprünge gewesen. Aus Angst, aus Unwissenheit- das war für mich das Allerschlimmste. Ich kann schon fast sagen, dass keiner gekommen ist, um mir mal die Kinder abzunehmen oder den Kindern einen schönen Tag zu bereiten und einfach, dass sie mal hier von mir weg waren und einer die Kids genommen hat, für einen Tierparkausflug oder einen Strandausflug mit Eis. Der eine Patenonkel, der kommt regelmäßig, auch heute noch. Er macht das fantastisch. Da waren wir total beeindruckt. Meine Mama ist gekommen, die war regelmäßig hier, aber dann- hat mich das fertiggemacht. Mir ist immer schlecht gewesen, wenn sie wieder weg war, der Wirbelwind hier drinnen und wieder raus. Weil sie Angst vor jeglicher Konfrontation hatten, dass ich vor ihnen breche oder dass ich vor ihnen zusammenklappe. Oder- ich habe ja auch ganz schlimm diese Fatigue gehabt. Also das nimmt meinen Mann und mich sehr mit, dass da ganz wenig mal gefragt wurde. Auch mein Mann: „Komme, wir gehen mal ein Bierchen trinken heute Abend bei uns.“ Die ganz festen Freunde also, die wir aus der Schule haben, die wohnen leider in [Stadt 3], [Stadt 4] regelmäßig die Treffen zwei, drei Mal im Jahr, da sind alle hier gewesen, die waren da. Aber unser Umfeld hat ganz schwer auf Palliativversorgung und wie geht man mit einem Krebskranken um reagiert, ganz schlimm.