Jasmin Naumann hat sich im Alltag sehr zerrissen gefühlt.

Sehr, sehr, sehr stark beeinflusst, weil ich zu diesem Zeitpunkt alle sechs Wochen Bestrahlung bekommen habe. Auch diese große OP im Kieferbereich hatte und das war für mich eines der schlimmsten Zeiten, weil ich nur zerrissen war, zerrissen zwischen: Ich bin krank, zerrissen zwischen Muttersein, zerrissen zwischen Arbeiten. Und ich hatte einen, ja, ich war Führungskraft und hatte einen sehr, sehr, sehr gut bezahlten Job, aber auch sehr anspruchsvollen Job mit ständiger Erreichbarkeit, Firmenhandy und sonstigen Dingen. Und das war eine ständige innere Zerrissenheit. Und dadurch, dass ich immer wieder Ausfälle habe, passe ich überhaupt nicht mehr ins Arbeitsleben, also in das Angestelltenleben. Ja, weil ich immer wieder Ausfälle hatte und an Tagen, wo ich Bestrahlungen hatte und das wurde ja dann immer zwei Wochen später wieder bestrahlt, die gleiche Stelle. Das heißt nach den sechs Wochen, zwei Wochen später wieder Krankheitsausfälle. Ich habe das immer an den Freitag gelegt, dass ich einfach Freitag krank war, Samstag, Sonntag hatte und Montag wieder arbeiten gegangen bin. Das war grauselig, weil ich einfach das auch nicht wollte. Ich wollte nicht die sein mit Extras. Ich wollte nicht die sein, die behindert ist. Und ich wollte auch nicht die sein, die irgendwas nicht so gut kann wie andere, sondern ich wollte die sein, die trotz das- hätte ich fast Scheiße gesagt, die trotz des Ganzen super Superleistung bringt. Die wollte ich sein. Und das wird einem dann einfach schwergemacht und wird einem zusätzlich schwergemacht, weil man einfach Kinder hat, die auch noch krank sind. Und so wurden einfach auch die Tage, die man nicht arbeiten konnte, dann mehr.